TV-Rückblick
Der große Preis
31. Januar, ZDF
Vergangene Woche zeigte ProSieben den zweiten Teil seiner brillanten Doku-Reihe »Die Erben der Saurier«. Die Viecher, obwohl seit Tausenden von Jahren ausgestorben, wirkten wunderbar lebendig. Das ZDF wagte zur gleichen Zeit einen Ausflug in die jüngere Fernsehsteinzeit: Wim Thoelkes Quiz »Der große Preis«, 1974 erfunden und vor acht Jahren unter der Moderation von Carolin Reiber scheinbar endgültig gestorben, regte sich wieder. Um es gleich zu sagen: Es war kein schöner Anblick. Während auf ProSieben majestätische Mammuts durch die Eiszeit stapften, schritt ZDF-Moderator Marco Schreyl, 28, durch den Trockeneisnebel im Studio. Die Multivisionswand blinkte. Die Assistentin zog Lotterielose. Die drei Kandidaten lächelten. Und Schreyl stellte Fragen wie: »Welcher TV-Moderator hat den gleichen Nachnamen wie die Sängerin Nena?« (Kerner.) Auf diesem Niveau ging es weiter, und wenn kurzfristig so etwas wie Spannung aufzukommen schien - etwa weil man wissen wollte, was für Fragen sich hinter der Rubrik »Weiße Pracht« verbargen -, präsentierte Schreyl Einspielfilmchen über Pinguine »zur Entspannung«. Eine sehr lange Stunde ging das so, in der Schreyls Altenpfleger-Charme ("Götz, das holen wir auf") bald in Verzweiflung über seine Kandidaten umschlug: »Iris, Sie müssen lösen.« Doch Iris löste nicht. Am Ende durfte der clevere Kandidat Ulrich 28 350 Euro mit nach Hause nehmen - weil er wusste, »wie Frau Stoiber mit Vornamen heißt« (Karin).