Medien TV-Rückblick
Berlinale mit Anke Engelke
10. bis 14. Februar, ARD
Saurier sind ausgestorben, Mammuts auch, warum soll ausgerechnet der Filmkritiker im Fernsehen überleben? Endgültig dahin sind die Zeiten schlecht gelaunter Cordanzugträger, die staubige Weisheiten über nagelneue Filme ausschütteln. Keiner will mehr hören, dass bei Murnau und Jean-Luc Godard alles auch schon mal da gewesen ist. Nur logisch, dass das Entertainment die Kritik beerbt hat und die Ladykracherin Anke Engelke, die schon die Eröffnung der Filmfestspiele moderierte, die Berlinale-Berichterstattung im Frühstücksfernsehen zum Comedianstadel machen durfte. Ach, war das lustig. Der bisher als Cineast nicht aufgefallene und als TV-Moderator fast vergessene Harry Wijnvoord ("Der Preis ist heiß") durfte seine Eindrücke zum niederländischen Beitrag »Yes Nurse, No Nurse« in Engelkes Mikrofon sprechen und berichtete, er habe »Tränen gelacht« - im Gegensatz zu den Zuschauern wenigstens einer, der seinen Spaß hatte. Da Klonen etwas mit Verdoppeln zu tun hat, kam die Anke-Mannschaft auf die geniale Idee, die Schauspieler-Zwillinge Floriane und Fritzi Eichhorn ("Das doppelte Lottchen") in die Klondramen »It's all about Love« und »Teknolust« zu schicken. Das Ergebnis: reichlich klonesk, bloß nicht zum Lachen. Fritzi fand das Gesehene »verwirrend«, Floriane hatte »den Sinn nicht verstanden«. Der Zuschauer auch nicht. Allerdings: So hingebungsvoll wie die Spaßfrau Engelke kann niemand den immer gleichen Geschichten von Schauspielern und Regisseuren ("tolle Zusammenarbeit«, »freue mich auf den Kinostart") lauschen - danke, Anke.