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37°: Auswandern nach Russland
15. Juli, ZDF
Vergangenen Dienstag erzählte Christian H. Schulz eine richtig schöne Geschichte. Von Bernd, dem Schweinezüchter aus Brandenburg, der mit Freundin Gudrun und 86 Tieren nach Russland ausgewandert ist. In ein Dorf rund 250 Kilometer südlich von Moskau, das passend Leo Tolstoi heißt, aus wenigen Häusern besteht und noch weniger Einwohnern. Dort, mitten in den Wäldern, hat ein Textilunternehmer den beiden Deutschen eine Freifläche verschafft, auf der Sau und Eber es sich seit einem Jahr ökologisch gutgehen lassen können. Sogar der legendäre russische Winter hat bisher mitgespielt und ließ die Temperatur zur Freude des munter herumtrabenden Borstenviehs nicht wie üblich unter minus 30 Grad stürzen. Der Zuschauer bekam mit, wie der zum Jähzorn und zu deutscher Schwarzseherei neigende Bernd die russischen Mitarbeiter, die sommers im Wald pflichtwidrig Mittagsschlaf hielten, in ihrer Schlampigkeit zu akzeptieren lernt. Neuerdings weicht das Vorurteil des Deutschen auf, er hat zwei Russischlehrerinnen engagiert und singt voller Hingabe mit Gudrun zu alten Ossi-Zeiten eingeübte russische Kinderlieder. Welch eine Therapie für den skeptischen Perfektionisten Bernd. Und was für härtere Zeiten für seine Tiere: »Ich habe gelernt, dass meine Schweine mehr abkönnen, als ich früher angenommen habe.«