Fernsehen TV-Rückblick
Schmidt & Pocher
24. April, ARD
Aufwärmtraining mit den üblichen Verächtlichen: mit der frischverliebten Babs Becker, mit Verona und Franjo, mit RTL-Schuldnerberater Zwegat, mit Olli Kahn, mit Bayern-WG und Frauenfußballverachtung ("Zickzack Lesbenpack"). Danach fühlten sich Harald Schmidt und Oliver Pocher gerüstet für die Abfahrt in die Tiefebene. Die Altenwoche bei der ARD forderte den ganzen Scherzkeks heraus: »Viagranufink«, »Koksident«, Schwerhör-CD »Proust geschrien«, Handy mit Wählscheibe, Seniorenmemory mit zwei Spielkarten, hormonvollgestopfte Greise mit Alzheimer ("Plötzlich kannst du und weißt nicht mehr, was") - irre komisch, was da so abgefeuert wurde. Doch noch war der Tiefpunkt nicht erreicht, jene Stelle, wo schon immer das Knabenklo steht und die schlimmen Worte an die Wände abgeführt werden. Dr. Votze, auch Lady Bitch Ray oder Pussy Delüks genannt, kam zu Gast, eine Doktorandin zur Semiotik der Kleidung an der Uni Bremen. Die Türkischstämmige trug am Hintern fast nichts und brachte Schmidt und Pocher in Pennälerhitze und an den Rand des für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gerade noch Zulässigen. Hier ist der Zuschauer zur Haltung aufgerufen. Also: Die Freiheit der Satire ist eine wunderbare Sache. Aber das Gebot, über Gebrechen keine Witze zu machen und sich öffentliche Ferkeleien jenseits der Pubertät zu versagen, auch.