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Medien TV-Vorschau

• aus DER SPIEGEL 42/2002
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Dr. Verena Breitenbach

Montag bis Freitag, 16.00 Uhr, ProSieben

Dr. med. Breitenbach ist Gynäkologin; im Nebenberuf kolumniert sie in diversen Frauenzeitschriften. Fünfmal pro Woche kümmert sie sich jetzt auch im Fernsehen um die Sorgen ihrer Klientel: die Zipperlein der - naturgemäß überwiegend weiblichen - Zielgruppe sowie die Quoten von ProSieben. Dass Breitenbach das Niveau ihrer Talkshow über der Gürtellinie halten wird, bezweifeln Frauen vom Fach: Bei der Qualität der Sendung werde man vermutlich »einen Abstrich machen müssen«, scherzte die Qualitätsjournalistin Sandra Maischberger während der Verleihung der Deutschen Fernsehpreise.

Die Rückkehr

Montag, 20.15 Uhr, ZDF

Egal, wie weit man es gebracht hat - früher oder später holt einen die eigene Herkunft ein. Diese Erfahrung bleibt auch dem Bankier Eicher (Harald Schrott) nicht erspart, der in Frankfurt Karriere gemacht hat, weitab vom väterlichen Bauernhof. Doch dann erleidet der Vater einen Herzanfall, der Hof ist überschuldet, und die letzte Hoffnung der Mutter liegt auf dem einzigen Sohn. Außerdem ist da noch Eichers Jugendliebe Nicole (Deborah Kaufmann), die er vor zehn Jahren schwanger zurückließ. Wie der erfolgreiche Bankier Vatergefühle entwickelt und damit fast die kleine Welt der Familie zum Einsturz bringt, erzählt dieser Fernsehfilm (Drehbuch: Andreas Linke und Christoph Stark, der auch Regie führte) erfrischend unsentimental.

Die geheime Inquisition

Samstag, 20.45 Uhr, Arte

»Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als für den Glauben zu sterben« - dieser Ausspruch stammt nicht etwa von einem palästinensischen Selbstmordattentäter, sondern von Kardinal Giulio Antonio Santori (1532 bis 1602), einst Großinquisitor der römischen Kirche. »Feuer des Glaubens«, die erste Folge der dreiteiligen Dokumentationsreihe »Geheime Inquisition«, verfolgt die Karriere dieses Mannes, der zeitweilig mehr Macht hatte als der Papst. Santori war kein blinder Sadist, sondern ein effizienter Bürokrat - zu diesem Schluss kommt der Historiker Peter Godman, dessen Forschungen der Reihe von Jan Peter und Yury Winterberg zu Grunde liegen. Erstmals hatte ein Kamerateam Zugang zum Palast des Heiligen Offiziums in Rom, dem Hauptquartier der Inquisition. Kardinal Joseph Ratzinger äußert sich ratlos zum schwärzesten Kapitel der Kirche: Nur die »Erblindung von Teilen des Gewissens« könne zu den Ketzerverbrennungen geführt haben.

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