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TV-Vorschau

• aus DER SPIEGEL 6/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Edel & Starck

Montag, 21.15 Uhr, Sat.1

Ein Fall fürs Patentgericht? Das Konzept dieser Anwaltsserie lehnt sich deutlich an die US-Reihe »Das Model und der Schnüffler« an, für visuelle Gags wiederum stand »Ally McBeal« mehrfach Pate. Keiner der Protagonisten hält, was sein Name verspricht - der Berliner Rechtsanwalt Felix Edel (Christoph M. Ohrt) ist zwar smart, aber eher windig, seine Kollegin Sandra Starck (Rebecca Immanuel) nicht allzu kräftig, jedoch ziemlich zickig. Für spaßige Unterhaltung aber ist gesorgt: Der Schlagabtausch im Gerichtssaal rutscht selbst dann nicht unter Niveau, wenn eine Sanitärfirma ein Hotel in Fäkalien ertränkt hat - und die beiden Hauptdarsteller duellieren sich in lässigen Dialogen (Er: »Ich war der Typ, für den Sie sich auf dem Schulhof Tempos in den BH gesteckt haben«; Sie: »Das war eine Lüge Ihrer Mutter, um Sie über Ihre einsame Pubertät hinwegzutrösten"). All das hat Regisseur Jakob Schäuffelen so clever-ironisch inszeniert, dass das Urteil nur lauten kann: Freispruch!

Die Beach Boys und der Satan

Montag, 0.30 Uhr, ZDF

Gutes Timing: Kurz nachdem Brian Wilson, der einstige Kopf der Beach Boys, erstmals in Deutschland Konzerte gab und zeitgleich ein Satanisten-Pärchen wegen Mordes vor Gericht steht, wiederholt das ZDF diese bereits vor fünf Jahren auf 3sat ausgestrahlte Dokumentation. Regisseur Christoph Dreher sieht in den Beach Boys und der Manson Family die zwei Seiten des Hippietums: hier die Hymnen auf den unschuldigen Spaß, der im Drogenwirrwarr endet; dort der Kampf gegen die Spießer, dessen letzte Konsequenz blutrünstige Morde sind. Zeitzeugen wie Kim Fowley oder Kenneth Anger runden das Bild einer Zeit ab, in der Pop noch etwas bedeutete - im Guten wie im Bösen.

Reich-Ranicki - solo

Dienstag, 22.15 Uhr, ZDF

Der Kritiker als Alleinunterhalter: Marcel Reich-Ranicki, 81, hat sich mit dieser Sendung vorgenommen, der Welt des Guten, Wahren, Schönen einmal monatlich die Leviten zu lesen - ohne lästige Mitstreiter und andere Meinungen. Ob Feuilletondebatte oder Opernereignis, Kulturskandal oder Literaturverfilmung - alle aktuellen Entwicklungen werden, so verspricht das ZDF, in 30 Minuten »aufs Korn genommen«, »kommentiert«, »eingeordnet«. Unter anderem wird sich Reich-Ranicki in der ersten Sendung mit den neuen Büchern von Günter Grass und Philip Roth befassen - und verspricht, »den Zuschauern Spaß zu bereiten. Das wird mir schon gelingen«.

Solo für Klarinette

Samstag, 20.15 Uhr, Sat.1

Das Opfer wurde mit einer Klarinette ermordet und zudem entmannt. Noch am Tatort registriert Kommissar Kominka (Götz George), dass ein gelber Regenschirm verschwunden ist. Wenig später sieht er eine Frau (Corinna Harfouch) im blutroten Mantel - und mit einem gelben Schirm. Unter einem Vorwand lernt er sie auf einer Single-Party kennen - zugleich fällt seine Ehe in Trümmer. Regisseur Nico Hofmann nutzt seinen stilsicher umgesetzten, im Kino nicht allzu erfolgreichen Thriller (1998) als Vehikel für Sozialkritik etwas altmodischer Art: Die Männer sind alle Verbrecher.

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