TV-Vorschau
Die Story: Max Strauß und sein schweres Erbe Montag, 21.45 Uhr, ARD War er der »Maxwell«, den die Staatsanwaltschaft als Empfänger von 5,2 Millionen Mark an Provisionen für Airbus- und Panzer-Exporte sucht? Wenn ja, dann hätte der Sohn von CSU-Patriarch Franz Josef Strauß (1915 bis 1988) massiven Steuerärger am Hals. Wenn das Geld dagegen an die CSU ging, hätte die einen Spendenskandal zu verkraften. Autor John Goetz hat sich vorgenommen, den heiklen Fall noch einmal aufzurollen.
Der Fußfesselmörder
Dienstag, 20.15 Uhr, Sat.1
Als die 18-jährige Babysitterin Kathrin (Esther Zimmering) einen Einbrecher im Haus ihrer Auftraggeber überrascht, ist es schon zu spät: Das ihr anvertraute Baby liegt erstickt im Kinderbett; sie selbst entkommt der Attacke des Gangsters nur knapp. Immerhin kann der Mann (Filip Peeters) auf Grund ihrer Zeugenaussage festgenommen werden. Doch noch im Gerichtssaal schwört ihr der wegen Totschlags Verurteilte Rache. Neun Jahre später, Kathrin ist mittlerweile selbst Mutter, erhält der Verbrecher im Rahmen eines Pilotprojekts Freigang - eher symbolisch überwacht durch eine elektronische Fußfessel. Die junge Frau fürchtet um ihr Leben; dass der Zuschauer mitleidet, liegt vor allem an der charmanten Präsenz von Hauptdarstellerin Zimmering, 25, und der routiniert-rasanten Inszenierung. Regisseur Michael Karen fegt in diesem TV-Krimi gekonnt hinweg über zahlreiche logische Löcher und logistische Lässigkeiten - im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt residiert hier die Justizverwaltung - und psychologische Grobschlächtereien (Buch: Wolf Jakoby).
Was war links?
Donnerstag, 22.30 Uhr, SWR
Wenn man weit genug ausholt, wie das der Historiker Ernst Nolte auf seine graziöse Art tut, kann man schon im Aufbegehren eines altägyptischen Underdogs einen »echt linken Affekt« erkennen ("potenziell sehr positiv") und sich dann via Thomas Payne und die Erklärung der Menschenrechte vorsichtig an Marx heranpirschen. Für ihre »historische Revue«, die mit »links« eigentlich nur die Jugendmode der sechziger und siebziger Jahre meint, haben Andreas Christoph Schmidt und sein Team in den Archiven der ARD eine herrliche Überfülle von Material aufgetan: So gibt es neben Pilzköpfen, Miniröcken, Rock'n'Roll und den blauen Marx-Engels-Bänden im Regal auch Trouvaillen zu bestaunen wie etwa Max Horkheimer bei der Lektüre eines Comicstrips. Schmidts ambitionierter Vierteiler (der parallel beim SFB gezeigt und auf 3sat wiederholt wird) lässt eine Reihe prominenter Veteranen zu Wort kommen und ist für nostalgische Alt-68er ein Muss. Wissbegierige Nachgeborene jedoch, die nach Verbindung und Zusammenhang fragen, dürfte das pointillistische Potpourri ratlos lassen.
Im Glashaus - Das philosophische Quartett
Sonntag, 23.30 Uhr, ZDF
Neben den üblichen Verdächtigen - Philosophen-Darsteller Peter Sloterdijk und Autor Rüdiger Safranski - diskutieren diesmal SPD-Mann Peter Glotz sowie der Schriftsteller und Unternehmer Ernst-Wilhelm Händler ("Wenn wir sterben") über das »Leben ohne Arbeit - Krise der Erwerbsgesellschaft«.