TV-Vorschau - DER SPIEGEL
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TV-Vorschau

• aus DER SPIEGEL 22/2004
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Untreu

Dienstag, 20.15 Uhr, RTL

Der Mund kommt einem bekannt vor, so abgründig-verlockend. Und der Blick so verträumt-gefährlich. Ist das nicht ...? Ja, Nikolai Kinski, 27, ist der Sohn von Klaus Kinski und dessen vietnamesischer Frau Geneviève Minhoi, die mit dem Star von 1971 bis 1981 verheiratet war. In diesem ansehnlichen Krimi (Regie: Rainer Matsutani) spielt der Kinski-Spross einen verdächtigen Ex-Knacki und ist nicht der einzige Sohn eines prominenten Schauspielers. Max von Thun, 27, Abkomme des TV-Stars Friedrich von Thun ("Professor Capellari"), untersteht als ehrgeiziger Jungkollege der Kommissarin Mona Seiler (Mariele Millowitsch).

Soraya

Freitag, 20.15 Uhr, ARD

Von den Jubelpersern zum Perserjubel - isch schah doll, wie sich die Zeiten von 1967 bis heute geändert haben.

Wim Duisenberg - Mein Leben

Samstag, 14.00 Uhr, Arte

Gemessenen Schritts, das Haupt mit dem weißen Wuschelhaar leicht gesenkt - so schreitet der scheidende Präsident der Europäischen Zentralbank, Wim Duisenberg, zum Abschied durch die Büroräume der wichtigsten Geldinstitution in Europa. Die Kamera von Jean Boué folgt dem Holländer während seines letzten Frankfurter Arbeitstags im Oktober vergangenen Jahres voller Ehrfurcht. Leider ist in diesem allzu diskreten Film nur zu ahnen, dass Duisenberg viel mehr ist als ein gewiefter Geldmanager. »Ich wünschte«, murmelt er einmal, »ich könnte meine Gefühle besser zeigen.« Der Film kann den hochgewachsenen Friesen jedenfalls nicht aus seiner Reserviertheit locken. Dazu, dass »Mr. Euro« zum Monument erstarrt, tragen auch lange Filmpassagen in Zeitlupe bei, der Bedächtige wirkt dann noch bedächtiger. In Duisenbergs Amsterdamer Privathaus entdeckt die Kamera im Hintergrund fast nur Bilder und Skulpturen, die Duisenberg selbst darstellen, als wäre der 68-Jährige schon zu Lebzeiten ein Museumsstück.

Nofretete und das Geheimnis der Mumie

Sonntag und Montag, 19.10 Uhr, RTL

Es kann die brävste Mumie nicht in Frieden ruhen, wenn es den bösen Menschen nicht gefällt. Nofretete, die Frau Echnathons (14. Jahrhundert v. Chr.), genoss nur wenige Jahre ihre Totenruhe, dann schändeten unbekannte Wüstlinge ihr Grab und schlugen dem Leichnam den Kopf ein. Die britische Archäologin Joann Fletcher will Nofretete identifizieren und untersucht in Frage kommende Leichen im Tal der Könige. Reichlich pathetisch erzählt der Film die Vergangenheit der sagenumwobenen Herrscherin.

Dornröschens leiser Tod

Sonntag, 20.15 Uhr, ZDF

Was nützt die schönste Schönheit, wenn sie ein schlechter Ruf verdunkelt? Die eigene Heimat wird Eva Hennig (Nadja Auermann) zum Gefängnis, als sie, des Mordes an ihrer kleinen Tochter verdächtigt, in das kleine Harzstädtchen Königsrode (im echten Leben Stolberg) zurückkehren muss. Polizei und Bewohner des Provinzortes sind bereits von der Schuld der kühlen Beauty aus der Metropole Berlin überzeugt. Schließlich hat sie ihr Kind schon immer vernachlässigt. Im Kampf um ihren Ruf und gegen den Hass der Spießer wird die empörte Mutter schließlich selbst zur Detektivin. Mit dem Psychothriller hat sich Topmodel Nadja Auermann an ihre erste Fernseh-Hauptrolle gewagt - und beweist mit dem Porträt einer nicht schuldigen, aber auch nicht ganz unschuldigen Mutter staunenswertes Talent.

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