TV-Vorschau
Die Musterknaben
Montag, 20.15 Uhr, ZDF
Docker (Jürgen Tarrach) und Dretzke (Oliver Korritke), mehr Nullen als Superbullen, gehören zu den wunderbaren Versagerfiguren im deutschen TV-Krimi. Heute treten der Dicke und der Doofe zum dritten Mal im Fernsehen auf. HipHop-Klänge machen mächtig Stimmung, doch das Duo kommt nicht recht auf Trab, weil die Dialoge nicht so funkeln wie sonst und die Story - Docker doubelt im Auftrag des BKA einen attentatsgefährdeten Maharadscha - aus dem Lande Hergeholt stammt.
Wenn Ärzte Fehler machen
Montag, 22.30 Uhr, WDR
Es ist eine traurige Geschichte, die der Autor Jochen Voigt da ausbreitet. Ein kerngesunder junger Mann verliert nach einer Routineoperation wegen eines Ärztefehlers sehr viel Blut und wird zum Pflegefall. Der Kampf des behinderten Mannes vor Gericht um Schadensersatz dauert sieben Jahre. Was den Zuschauer für den Film einnimmt, ist seine ruhige Erzählweise, die Zeit für Emotionen lässt.
Wir wollen Licht
Dienstag, 23.25 Uhr, WDR
Weniger um »Juden und deutsche Musik« (Untertitel), sondern um die Haltung heutiger Juden zu dieser Frage geht es dem britischen Dokumentarfilmer Christopher Nupen. Dabei sind ihm bewegende Dokumente gelungen: Auschwitz-Überlebende berichten, was Musik für sie bedeutete, und die Pianistin Alice Sommer, inzwischen 98, die über hundert Konzerte im Lager Theresienstadt gab, schildert den rettenden »Zauber der Musik«.
Filmtip Nr. 300
Mittwoch, 0.45 Uhr, WDR
Wie kommt man dem Zauber eines Films auf die Spur, ohne sein Geheimnis zu zerstören? Mit dieser Frage beschäftigen sich seit nun einem Vierteljahrhundert die Autoren des »Filmtip«, indem sie aktuelle Kinofilme im WDR vorstellen. Oft verspielt, manchmal verstiegen, aber immer scharfsichtig und lustvoll, ist diese Sendung zur Institution geworden - und zur letzten Bastion der Filmkritik im deutschen Fernsehen.
Scheibenwischer-Finale
Donnerstag, 20.15 Uhr, ARD Abschied von einer Institution - Dieter Hildebrandt, 76, verlässt freiwillig die Fernsehbühne. Endgültig vorbei die Zeiten seiner genial hingestotterten Soli. Mitten in den bleiernen Zeiten festgefügter TV-Formen hat der Lachund Schießkabarettist bereits jene professionelle Fernsehspontaneität vorgeführt, von der Sendungen wie Harald Schmidts Late-Night-Show heute wie selbstverständlich leben.
Katz und Hund
Freitag, 20.15 Uhr, ARD
Dieser Film (Buch: Felix Huby, Ulrike Münch, Regie: Dieter Berner) ist leider ein Beispiel dafür, wie eine gestrige Vorlage und eine in infantile Volksmusi verliebte Inszenierung veritable Fernsehschauspieler wie Nicole Heesters und Martin Lüttge beschädigen können: Heesters muss als frisch gewähltes Bürgermeisterin-Dummchen wie angestochen durchs Amt hetzen, Lüttge mimt einen katholischen Pfarrer auf dem Bewusstseinsstand des Fünfziger-Jahre-Kinoklischees Don Camillo. Nur der Herr kann diese TV-Sünde vergeben.