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TV-Vorschau

• aus DER SPIEGEL 28/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Jäger

Mittwoch, 21.45 Uhr, ARD

Ein verurteilter Gewalttäter, der Frau und Kinder misshandelt und verstümmelt hat, ist aus einer psychiatrischen Anstalt ausgebrochen - eine Gefahr für die Öffentlichkeit. Die Spur führt von Deutschland über Rumänien nach Ungarn. Dies ist ein Fall für die in München ansässigen Zielfahnder der Polizei. Sie nehmen die Jagd auf, wenn die »normalen« Kriminalisten passen müssen. Autor Marc Wiese schildert - in angenehm sachlichem Ton - die Arbeit der Truppe.

Tournee ins Paradies

Donnerstag, 23.00 Uhr, ARD

Warum dieser Film über lauter verkrachte Existenzen vier Jahre ungesendet im Archiv schmorte, obwohl mit dem Prolo-Mimen Armin Rohde als Laienmusiker und Ingo Naujoks in der Rolle eines windigen Konzertagenten eine prominente Besetzung aufgeboten wurde, kann man verstehen. Denn wer sich durch die zusammengestoppelte Handlung (Buch: Gert C. Möbius, Regie: Manfred Stelzer) gearbeitet hat, wird bemerken: Nichts passt in dieser stimmungslosen Geschichte zusammen, und die trostlosen Songs des Rio-Reiser-Weggefährten Lutz Kerschowski führen ganz woandershin als ins Paradies.

Die Verhoevens

Freitag, 23.05 Uhr, Arte

Felix Moeller präsentiert die Geschichte eines bedeutenden Theater- und Kino-Clans. Stammvater Paul Verhoeven (1901 bis 1975), von dem seine Tochter Lis sagt, er sei ein hochbegabt Unbewusster gewesen, machte Karriere als Schauspieler beim Theater in den dreißiger Jahren und als Regisseur des NS- und des Nachkriegsunterhaltungskinos. Die Dokumentation berichtet von den Auseinandersetzungen Paul Verhoevens mit seinen Kindern, besonders mit Sohn Michael, dem gelernten Arzt und heutigen Kino-Regisseur. Dessen Film über den Widerstand gegen die Nazis, »Die weiße Rose« (1982), führte dazu, dass die skandalösen Urteile des Volksgerichtshofs 1985 ihre Rechtswirkung verloren. Moeller entwirft ein liebevolles Panorama, in dem Mario Adorf und Michael Verhoevens Frau Senta Berger nicht fehlen. Zu hören sind Paul Verhoevens letzte Worte bei der Gedenkfeier für Therese Giehse - der Schauspieler brach mitten im Satz tot zusammen. Simon und Luca Verhoeven, Pauls Enkelkinder, sind dem Kinogewerbe treu geblieben. Aber viele Erinnerungen an den Stammvater haben sie nicht. Luca will seinen Vater Michael mal um ein paar Videokassetten mit Filmen des Großvaters bitten.

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