TV-Vorschau
Fifty Fifty
Montag, 0.50 Uhr, ZDF
Das Zerbrechen traditioneller Familienformen schafft nicht nur Friede, Freude und Freiheit. Die Filmemacherin Neelesha Barthel, 25, ist mit der Kamera zwei jungen Kreuzberger Müttern gefolgt, die sich die Betreuung ihrer Kinder mit den getrennt lebenden Vätern zu teilen versuchen. Was Barthel protokolliert, vertreibt jeden Hauch alternativer Sozialromantik: Das Aushandeln der Betreuungstermine ist Schwerstarbeit, immer wieder platzen Absprachen, gibt es bösen Stress. Spät in der Nacht tritt im Fernsehen die Wirklichkeit auf.
Liebling, bring die Hühner ins Bett!
Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD
... und sperr die Wirklichkeit gleich mit in den Käfig. Denn was sich Reiner Kaufmann und Sue Schwerin von Krosigk (Buch) hier ausgedacht haben, stammt aus der Märchenwelt. Es war einmal ein Ehepaar namens Teuffel: Steffen, ein Sachbuchautor (Axel Milberg), und die Mineralwassermanagerin Beate (Barbara Rudnik) lebten in Berlin, die Ehe war zerrüttet, zwei der drei Kinder führten sich pubertär und unverschämt auf. Da versetzte ein böser Boss die Frau in ein Kaff im tiefsten Osten, und siehe, alles wurde gut: Die Ehe glühte auf, die Kinder fanden zu sich, und die zunächst verstockten Ossis entpuppten sich als liebe Gesellen. Dem Regisseur Matthias Tiefenbacher gebührt der zweifelhafte Ruhm, diese Familienkomödie so ironielos lieb inszeniert zu haben, wie die Vorlage es vorgesehen hat.
Scheibenwischer
Donnerstag, 21.45 Uhr, ARD
Aufhören, wenn's am schönsten ist - den richtigen Zeitpunkt dafür hat Dieter Hildebrandt, 75, leider verpasst. Jetzt hat der große politische Kabarettist seinen Rückzug vom Bildschirm angekündigt, zermürbt durch ständige Programmreformen, die den »Scheibenwischer« auf immer neue Sendeplätze zwangen. Immerhin will die ARD Hildebrandt im Oktober 2003 mit einer Abschiedsgala ehren.
Weihnachten
Donnerstag, 23.00 Uhr, ARD
Fröhliche Weihnachten? Von wegen: Rund um ein Kölner Mietshaus spielen sich am Heiligen Abend kleine und große Katastrophen ab. Darin verwickelt sind eine lebenslustige Krankenschwester, ein verliebter Polizist, eine eifersüchtige Freundin, ein Patient im Koma, eine einsame Mutter, ein Spanner mit Teleobjektiv und ein besoffener Weihnachtsmann. Fast jede dieser Figuren hätte möglicherweise einen eigenen Kurzfilm getragen; Micha Lewinsky (Buch) und Marc-Andreas Bochert (Regie) haben die einzelnen Episoden jedoch zu einem 90-minütigen Film zusammengesetzt, ohne einen Schwerpunkt zu finden. Der späte Sendeplatz für diese Erstaufführung zeugt trotzdem von ganz und gar nicht weihnachtlicher Härte der Programmplaner.