Medien TV-Vorschau
Deckname Artischocke - Die geheimen Drogenversuche der CIA
Montag, 21.45 Uhr, ARD
Im Jahr 1953 stürzt der Biochemiker Frank Olson aus dem Fenster eines New Yorker Hotels. Selbstmord? Sohn Eric Olson glaubt an einen Mord der CIA, und die zweite Obduktion, 40 Jahre später, legt nahe, dass Olson gewaltsam zu Tode kam. Der Fenstersturz ist Ausgangspunkt der Reportage über CIA-Experimente mit Psychodrogen und den Einsatz von Anthrax im Korea-Krieg. Als Mitarbeiter der Mission »Artischocke« wurde Olson Zeuge grausamer Verhörmethoden der CIA: Um sowjetische Spione und Doppelagenten zum Sprechen zu bringen, wurde mittels LSD der Verstand der Opfer manipuliert. Musste Olson sterben, weil er aussteigen wollte? In der aufwendig recherchierten Dokumentation von Egmont R. Koch und Michael Wech in der Reihe »Die Story« berichten ehemalige Kollegen Olsons aus seiner Zeit als Armee-Wissenschaftler und CIA-Agent über dubiose Vorgänge und erschreckende Praktiken des amerikanischen Geheimdienstes: So sollen amerikanische Wissenschaftler Nazi-Experimente fortgesetzt haben, von denen sie bei der Befreiung des KZ Dachau erfahren hatten.
Tigermännchen sucht Tigerweibchen
Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD
Glücklich, wer Freunde hat, die einem über eine Kontaktanzeige den Partner fürs Leben finden. So gut dran sind Marlene, Mitte dreißig und allein erziehende Mutter, und Rüdiger, um die vierzig und ebenso allein erziehender Vater. Zu dumm, dass die beiden sich gegenseitig ihre Elternschaft verschweigen, die Sprösslinge bald dazwischenfunken und Marlene zwischendurch ihren Jugendfreund Pauli anschluchzen muss: »Ich will nie wieder einen Mann. Kannst du mir bitte nie wieder einen suchen.« Für ihre Liebeskomödie mit viel Dialogwitz wurde die Autorin Eva Spreitzhofer-Wiesner mit dem ORF-Drehbuchpreis ausgezeichnet, Regisseur Michael Kreihsl lässt die Love-Story zwischen Marlene (Aglaia Szyszkowitz) und Rüdiger (Richy Müller) hübsch leichtfüßig abschnurren.
In den Tag hinein
Freitag, 22.50 Uhr, ZDF
Die 22-jährige Lynn lebt lust- und antriebslos in Berlin und macht Streifzüge durch die nächtliche Stadt. Ihren Lebensunterhalt verdient sie als Kantinenarbeiterin. David, Lynns Freund, plant indessen zielstrebig eine Karriere als Leistungssportler. So kommt's, dass sich Lynn in den Japaner Koij verliebt, der sich treiben lässt wie sie. Der Student spricht kein Deutsch, was Lynn nicht weiter stört, den Zuschauer jedoch bald anödet. Maria Speths formal äußerst strenges, wortkarges Spielfilmdebüt wurde mehrfach ausgezeichnet; tatsächlich ist die sehr angestrengt sensible Erzählung mit ihren düsteren Bildern ein echt schwerer Fall deutscher Filmkunst.