Überzeugender Zahlenbericht - DER SPIEGEL
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Briefe

Überzeugender Zahlenbericht
• aus DER SPIEGEL 43/1976
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Überzeugender Zahlenbericht

(Nr. 29/1976, Architekten)

Was da an »Pfarrlichen Standes-Grundsätzen« zitiert wird, die der Leitung des Ministeriums angeblich nachträglich höchst fragwürdig scheinen. waren Teilziele, die zur Bemessung der Honorare (und nicht der »Gewinne wie es im SPIEGEL steht) beachtet werden sollten, und lauteten wie folgt: Auch qualifizierte Kräfte, die zum Beispiel in der bauausführenden Wirtschaft, bei privaten und öffentlichen Auftraggebern und so weiter tätig sind, gewonnen werden können (augenblicklich findet eine entgegengesetzte Entwicklung statt); auch eine tarifvertragliche Bindung für Mitarbeiter möglich ist; auch konjunkturelle Einbrüche personell und ohne wesentliche Substanzeinbuße durchgestanden werden können; auch eine laufende fachliche Qualifikation möglich ist; schließlich das »Heer' der Absolventen, das von den Hoch- und Fachschulen der Fachrichtung Architektur kommt, sich nicht ausschließlich der öffentlichen Hand zuwendet, sondern in freien Planungsbüros fachliche und wirtschaftliche Berufschancen sieht.

Wenn im SPIEGEL dagegen steht: »Auf Seite 14 seines Gutachtens legte der Professor dar, die Gewinne der Architekten müßten in jedem Fall so reichlich bemessen sein, daß Hochschulabsolventen gar nicht erst in Versuchung geraten, sich im öffentlichen Dienst zu verdingen«. so wird jedem klar, daß dieses Nachrichtenmagazin nicht nur mit Halbwahrheiten und Unterstellungen arbeitet, sondern auch vor Unwahrheiten und Diffamierung nicht zurückschreckt. Daß in der HOAI keine saftigen Gewinne enthalten sind, geht aus dem angeführten Zahlenbericht überzeugend hervor. Bei einem Stundensatz von 50 Mark stehen dem Architekten für die neun Leistungsphasen rund 400 Stunden zur Verfügung, das heißt, er muß zum Beispiel die Ermittlung der Maße und das Aufstellen von Leistungsverzeichnissen für alle Gewerke in 40 Stunden bewältigen, und für die Überwachung der Ausführung des Objekts, einschließlich Fahrzeit zur Baustelle verbleiben ihm nur 124 Stunden. Da die Friderichs-Beamten die vierte Grundrechnungsart beherrschen, konnten ihnen keine Zweifel an meiner Neutralität kommen.

Berlin PROF KARLHEINZ PFARR

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