Ultimative Reform - DER SPIEGEL
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RECHTSCHREIBUNG Ultimative Reform

• aus SPIEGEL Chronik 54/2006
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Zehn Jahre hat der Kampf gedauert, nun ist die Zeit gekommen für einen »Sprachfrieden«. Das haben die Länderkultusminister endlich eingesehen, und auch die deutschen Lehrer sind ermattet: »Jetzt ist Schluss mit diesen Reformen.« Am 1. August tritt die ultimative Rechtschreibreform in Kraft, die der deutschen Sprache endlich verbindliche Schreibregeln beschert. Passé sind chaotische Jahre, als Gelehrte und Praktiker, Dichter und Pennäler über die zahlreichen Änderungsvorschläge debattierten und stritten. Der Reformprozess kostete Milliarden und verwirrte Millionen Schüler, die unentwegt neue Klein- und Großschreibregeln pauken mussten. »Wie soll ich erklären, warum Du und Ihr erst jahrelang großgeschrieben, dann klein- und jetzt doch wieder großgeschrieben werden muss?«, fragt eine verstörte Lehrkraft. Erlaubt sind nun allerlei Schreibvarianten. Die scharfe Tomatensauce geht als Ketchup oder Ketschup durch, sogar der vielbelachte Deppen-Apostroph (Holger's) wird geduldet. Richtungweisende Empfehlung der Jenaer Forschungsgruppe Deutsche Sprache: »Die Sprache kann sich nur regenerieren, wenn die Politiker von ihr ablassen.«

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