UMFALL.
Rumäniens Ja zum Atomsperrvertrag löste in Bonn Bestürzung aus. Denn Bukarests Botschafter in Bonn, Constantin Oancea, hatte noch unlängst in Gesprächen mit deutschen Spitzenpolitikern versichert, sein Land werde das zwischen den Atommächten Amerika und Rußland ausgehandelte Abkommen nicht unterschreiben, weil es die nichtatomaren Staaten diskriminiere. Der Botschafter damals süffisant: Wenn die Unterschriftsfrage anstehe, werde sich ja zeigen, wie abhängig Bonn von Washington sei; Bukarests Stellung zu Moskau erlaube es jedenfalls, die Unterschrift zu verweigern. Ost-Experten der Bundesregierung erklärten sich den Umfall der Bukarester mit der Reaktion Moskaus auf den Prager Frühling: Die Rumänen hätten befürchtet, daß die Russen Ihnen ebenfalls Truppen ins Land schicken könnten, wenn sie ihre eigenständige Politik gegenüber dem Kreml so weit treiben würden wie die Tschechoslowaken.