»Ungute Vermischung«
Weil der Staatssekretär im Bundesinnenministerium Günter Hartkopf auch nach Feierabend Umweltpolitik betreibt, werfen Gewerkschaften und Bürgerinitiativen ihm eine »ungute Vermischung von staatlichen und privaten Interessen« vor. Hartkopf zählt zu den Gründungsmitgliedern der »Deutschen Stiftung für Umweltpolitik«, die eine auf »wissenschaftlichen Grundlagen beruhende und ausgewogene Umweltpolitik« fördern will. Die dazu notwendigen Untersuchungen und Gutachten können nach Ansicht der Hartkopf-Kritiker nur durch Industrie-Spenden oder durch Geld aus öffentlichen Kassen finanziert werden. Im ersten Fall laufe der Umweltbeamte Gefahr, sich für eine Organisation einspannen zu lassen, die einseitige Unternehmerinteressen im Umweltschutz durchsetzen wolle. Im zweiten Fall gerate er in einen Interessenkonflikt: Als Privatmann müsse er Förderungsanträge unterzeichnen, auf deren Bewilligung er kraft seines Amtes Einfluß nehmen könne. Hartkopf ließ sich durch diese Vorhaltungen nicht beeindrucken: Gegen die Stimmen der Bürgerinitiativen und der IG Chemie wurde die Stiftung am vergangenen Mittwoch mit Unterstützung des Staatssekretärs in die »Arbeitsgemeinschaft für Umweltfragen« aufgenommen, eine Art »konzertierte Aktion« der Umweltpolitik.