Uninteressante Opfer
Nr. 13/2002, Internet: Die stumpfen Waffen der Ermittler gegen die Kinderporno-Szene
Die Online-Unternehmen lehnen nicht nur den Einsatz der Perkeo-Software ab, sie gehen noch viel weiter: Sie weigern sich, eigene Kenntnisse über die pädokriminellen Aktivitäten eigener Kunden an die strafverfolgenden Behörden zu übermitteln. Wen wundert es da noch, dass die Polizei lediglich an der Spitze des Eisbergs arbeiten kann? Solange der Staat IT-Unternehmen nicht zwingt, die Versender kinderpornografischer Bilder anzuzeigen, solange Politiker die Forderungen von Fachleuten ignorieren, werden sich die Bürger weiterhin über die dramatisch steigenden Zahlen aus diesem Sumpf der Gewaltverbrechen empören. Wie viele Kinder müssen in diesem Land noch bestialisch gefoltert und umgebracht werden, bis in den Regierungsbunkern erkannt wird, dass sexuelle Gewalt immer Seelenmord bedeutet, an den in vielen Fällen nur noch Grabsteine erinnern?
MÜNSTER GABRIEL GAWLIK
C@RECHILD E. V.
Nach der Lektüre Ihres Artikels bin ich, angesichts der Hilflosigkeit der Behörden und der Unfähigkeit der Gesetzgeber, gegen Kinderpornografie vorzugehen, wieder einmal fassungslos. Kommt mir doch immer wieder der Verdacht, dass eine wirkliche Bekämpfung dieser Verbrechen sich vielleicht nur darum so schwierig gestaltet, da hier die Opfer, im Gegensatz zu den Tätern, wirtschaftlich und politisch einfach nicht interessant sind. Warum wird sonst nicht auch die Verweigerung einer Zusammenarbeit mit den Strafverfolgern durch die Internet-Anbieter als Begünstigung von Kinderpornografie unter Strafe gestellt?
BERLIN MAREN BERK