Uno prüft Waffenhandel - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 56 / 108

SOMALIA Uno prüft Waffenhandel

• aus DER SPIEGEL 31/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Massive Verstöße gegen das Rüstungsembargo, das die Weltorganisation vor zehn Jahren über das ostafrikanische Bürgerkriegsland verhängt hatte, will Generalsekretär Kofi Annan nicht länger hinnehmen. In einem Bericht an den Sicherheitsrat rügt Annan neue Ausschreitungen, die in den vergangenen Monaten den seit 1991 führungslosen Staat erschüttert haben. Vergebens hatte sich die Uno zusammen mit anderen internationalen Organisationen um einen Ausgleich zwischen den verfeindeten somalischen Warlords bemüht. Die Vermittlung scheiterte auch, weil das eigens zur Befriedung des Landes 1992 von den Vereinten Nationen verhängte Waffenembargo ständig unterlaufen wird. Ein zweiter Uno-Bericht nennt nun die Verantwortlichen - Händler aus den USA, aber auch aus Äthiopien, Bangladesch, Dschibuti, Eritrea, dem Jemen, Kuweit, Lettland, Libyen, Polen und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach der vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri gemeinsam mit Interpol ausgearbeiteten Studie erhielten die rund 14 bewaffneten Gruppen in Somalia seit Oktober 1993 mindestens 5000 Sturmgewehre, 5000 Handfeuerwaffen, 40 Flugabwehrgeschütze, 4 gepanzerte Mannschaftstransportwagen, 80 schwere Maschinengewehre sowie Granatwerfer und große Mengen von Munition.

Zur Ausgabe
Artikel 56 / 108

Mehr lesen über