Unter dem Minimum - DER SPIEGEL
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WELTHUNGER Unter dem Minimum

• aus DER SPIEGEL 42/2000
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Die Zahl der Hungernden in der Welt hat sich trotz steigenden Wohlstands in den vergangenen zehn Jahren nicht verringert. Über 800 Millionen Menschen haben nach einer Analyse der Uno-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) derzeit nicht genug zu essen. Das auf dem »Welternährungsgipfel« 1996 in Rom von 186 Ländern vereinbarte Ziel, die Zahl der Unterernährten weltweit bis zum Jahre 2015 zu halbieren, werde damit wohl nicht erreicht. Dabei geht es den Menschen in vielen Ländern Asiens heute besser als vor 10 oder 20 Jahren, Ausnahmen sind die Länder Nordkorea, Mongolei und Bangladesch. Im Nahen Osten und vor allem in Afrika haben sich die Lebensbedingungen für große Teile der Bevölkerung dagegen nicht verbessert. Sie sind nach Erkenntnissen der FAO etwa in Eritrea, Burundi, Kongo oder Zentralafrika sogar noch schlechter als vor Ende der siebziger Jahre. In Somalia zum Beispiel müssen heute 75 Prozent der Bevölkerung mit täglich rund 1300 Kalorien auskommen. Aber mindestens 1800 definieren Ernährungsexperten als lebensnotwendiges Minimum. Zu trauriger Prominenz kamen auch etliche Nachfolgestaaten des einstigen Sowjetimperiums, die erstmals in die Welthunger-Statistiken aufgerückt sind: Aserbaidschan, Tadschikistan, Georgien und Armenien.

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