TSCHETSCHENIEN Vage Friedenssignale
Präsident Aslan Maschadow hat dem Kreml aus dem kaukasischen Untergrund ein detailliertes Verhandlungsangebot zukommen lassen. Die Zeit scheint günstig für Friedenssondierungen: Auch Präsident Wladimir Putin gab seinen Militärs vorige Woche zu verstehen, über den »formalen Status der Tschetschenischen Republik« lasse Moskau mit sich reden. Maschadows Stufen-Szenario zur Beendigung des Krieges, dem russischen Sicherheitsrat zugespielt, sieht seinen eigenen Rücktritt als Tschetschenen-Präsident vor. Eine Kompromissfigur, die von beiden Seiten akzeptiert wird, soll dann freie Wahlen, eine Autonomie Tschetscheniens innerhalb Russlands und eine Ankurbelung Moskauer Wiederaufbauhilfe organisieren. Im Gegenzug würden sich die Tschetschenen zu Maßnahmen gegen islamische Extremisten verpflichten. Selbst militärische Hardliner wie General Gennadij Troschew wollen Gespräche mit Maschadow nicht mehr ausschließen. Der Rebellen-Präsident, so Troschew, sei zwar »zweifellos ein Feind«. Doch habe er während des ersten Tschetschenienkrieges bei gegenseitigen Abmachungen stets »Wort gehalten« und »den Mut gehabt, Verhandlungen über die Beendigung des Krieges anzubieten«.