VERACHTUNG - DER SPIEGEL
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Briefe

VERACHTUNG
• aus DER SPIEGEL 45/1954
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VERACHTUNG

(Nr. 36/1954, Personalien)

Es muß heute geradezu als Wagnis bezeichnet werden, wenn ein Staatsbürger, der als Frontsoldat jahrelang im Osten den Bolschewismus am eigenen Leib kennengelernt hat, öffentlich in Vorträgen seine Stimme erhebt, um vor dieser Gefahr zu warnen und Fragen unserer militärischen Verteidigung zu erörtern, Probleme, die übrigens Gegenstand der Londoner Konferenz waren. Als erfahrenem, altem Soldaten geht es mir darum, die deutsche Jugend angesichts der sowjetischen Bedrohung in ihrem Willen zur Selbsterhaltung und zur Verteidigungsbereitschaft zu

bestärken. Nur Kommunisten und deren Helfershelfer, Pazifisten und Neutralisten, können gegen diese Zielsetzung sein.

Was will der SPIEGEL bezwecken, wenn er mir in Nr. 36 unterschiebt, in einer VDS-Versammlung in Hamm vor gut 200 Zuhörern (!) im Hinblick auf die deutsche Jugend gesagt zu haben: »Die können ihre Friedensliebe bald beim Minenräumen beweisen«? - Tatsächlich habe ich aber im Hinblick auf die Kriegsdienstverweigerung mit der Waffe (nur solche ist bekanntlich im GG Art. 4 erwähnt!) in meinem Vortrag gesagt: »Die Angelsachsen halfen sich in beiden Weltkriegen, wenn die Zahl der Verweigerer zu groß wurde und um Drückebergerei zu unterbinden, damit, diese anderen gefährlichen Diensten, z. B. Minenräumkommandos, zuzuteilen«. Meine Sätze wurden in der Berichterstattung halbiert und sinnentstellend zusammengesetzt!

Woher nimmt aber der SPIEGEL seine unrichtigen Informationen? Etwa aus einer marxistischen oder kommunistischen Zeitung? Anders kann es wohl nicht sein, denn die Herren Pazifisten und Neutralisten betreiben im Sinne Moskaus ihr zersetzendes Werk mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln der Publizität in Illustrierten und anderen Zeitungen, um bei jeder sich bietenden Gelegenheit anständige ehemalige deutsche Soldaten, insbesondere Offiziere, zu diffamieren, durch zweckbewußte Lügen herabzusetzen und mundtot zu machen! Gegen solche Art von Journalistik helfen weder verspätete Richtigstellungen noch zeitraubende Strafanträge oder Leserbriefe, die honorarfrei die Spalten dieser Gazetten füllen, sondern es hilft einzig und allein - die Verachtung, welche Sie sich hinter Ihren SPIEGEL stekken können!

Lünen (Westf.)

Hildebrand Quehl Oberstleutnant a. D.

Hildebrand Quehl äußerte sich am 24. September 1952 laut eigenem Vortrags-Manuskript wie folgt: »Zum Soldaten gehört die Marschmusik, so war es mit der Tuba des römischen Legionärs, mit den Clairons der Franzosen, mit den Dudelsackpfeifern der Schotten - und so war es mit den Trommeln und Pfeifen der Brandenburger und Preußen.

»Warum kommen denn unsere alten deutschen Landser - seitdem es wieder gestattet ist - zu unseren Regiments- und sonstigen Treffen und hören dort voller Begeisterung und Ergriffenheit die alten Märsche? Es handelt sich hier nicht um verschwommene Gefühle, sondern um den geistigen Inhalt der Welt des deutschen Soldaten, einer Welt, die zu allen Zeiten der deutschen Geschichte den wehrfähigen Mann in den Bereich verpflichteten Lebens führte, das nicht selten mit dem Tod für Vaterland und Gemeinschaft endete ...

»Der Große Zapfenstreich, den Sie heute abend hören werden, ist kein falsches Pathos, sondern er ist jener Weiheakt, in dem sich der Soldat beim 'Helm ab zum Gebet' seiner im Religiösen wurzelnden Welt bewußt wurde.«

- Red.

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