UMWELT Verdächtige Müllmakler
Der Skandal um die mutmaßliche Entsorgung von Tausenden Tonnen Giftmüll auf den Feldern eines bayerischen Bauern weitet sich aus. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Ansbach auch gegen zwei führende Mitarbeiter der Firmengruppe Jakobi im hessischen Lorsch. Das Unternehmen, so der Vorwurf, habe bei der Vermittlung und dem Transport der Abfälle eine zentrale Rolle gespielt. Durch eine Kette von Pannen in der bayerischen Umweltbürokratie hatte sich Landwirt Peter K. aus Neuendettelsau jahrelang als Sondermüll-Entsorger betätigen können (SPIEGEL 26/2002): In Tanklastzügen habe der Bauer angeblich auch toxische Substanzen wie das Kontaktgift Anilin auf seinen Hof liefern lassen, um sie in einer Biogasanlage zu verwerten. In Wahrheit dürfte ein Großteil der Giftbrühe auf Äckern gelandet sein. An die Entsorgungsaufträge soll der Bauer meist durch Vermittlung der hessischen Müllmakler gekommen sein - nach Angaben K.s habe ihm ein Jakobi-Mitarbeiter beim Abwickeln der Verwaltungsmodalitäten geholfen. Die Firma äußerte sich bis vorigen Freitag nicht zu den Vorwürfen.