PANAMA Vergiftetes Terrain
Zwischen den Regierungen in Washington und Panama-Stadt ist ein Streit um die Sanierung ehemaliger Truppenübungsplätze der US-Streitkräfte entbrannt. Die Amerikaner, die im November den letzten Militärstützpunkt geräumt haben, hinterlassen in der Nähe des Panamakanals rund 3000 Hektar Land, das mit Bombenblindgängern, Minen, Granaten und Sprengstoff verseucht ist. In den Verträgen zur Rückgabe des Kanals hatte sich Washington verpflichtet, alle gefährlichen Materialien zu beseitigen, sofern das »machbar« sei. Die US-Regierung argumentiert jetzt, dass eine gründliche Säuberung aus ökologischen Gründen nicht möglich sei, weil dafür große Flächen Dschungel abgeholzt werden müssten. Seit den vierziger Jahren haben die Amerikaner in Panama Waffen getestet und den Dschungelkrieg geprobt. Während des Zweiten Weltkriegs experimentierten sie auch mit chemischen und biologischen Kampfstoffen. Bei Unfällen dort sind seit 1979 mindestens zehn Panamaer ums Leben gekommen, viele wurden verletzt. Bislang haben die US-Behörden keine vollständige Liste der eingesetzten Waffen vorgelegt. Anwohner berichten, dass die Truppen noch bis Juli dieses Jahres Bomben auf Testziele wie Autos, Lastwagen und Busse abgeworfen haben. Panamas Regierung fordert nun von Washington die komplette Sanierung der verseuchten Zone. Geschätzte Kosten: bis zu 500 Millionen Dollar.