UMWELT Verseuchte Äcker
In der Affäre um die illegale Entsorgung giftiger Industrieabfälle, die auf mehrere Äcker beim fränkischen Neuendettelsau gekippt wurden, gerät der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) unter Druck. Entgegen den Angaben der Landesregierung vor dem Parlament verfügte der verantwortliche Landwirt offenbar doch über behördliche Genehmigungen zur Entsorgung von Sondermüll. Vermittelt über die französische Abfallfirma »Global Environment«, hatte der Autokonzern Ford rund hundert Tonnen »Suspensionen« mit Farben und Lacken bei dem Bauern entsorgt. Die Lufthansa-Technik ließ über eine Firma namens »Enviro Lux« 50 Tonnen »öl- und fetthaltige« Reinigungsschlämme vom Flughafen Frankfurt anliefern, der Leverkusener Konzern Agfa entledigte sich »fotochemischer« Abfälle. Womöglich mehr als 4000 Tonnen Giftmüll sind nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ansbach auf die brombeerviolett schimmernden Ackerflächen ausgebracht worden. Auf Grund eines »Missverständnisses« im Landratsamt, korrigierte sich Minister Schnappauf jetzt, sei der Landwirt als Entsorger in die offizielle »Positiv-Liste« des Freistaates aufgenommen worden. Die Sanierung der verseuchten Äcker wird den Steuerzahler laut Ministerium rund 2,6 Millionen Euro kosten.