Verstopfter Briefkasten
(Nr. 25/1981, Presse: Feldzug gegen Anzeigenblätter)
Die »Gossengazetten«, jede Woche mit 54 Exemplaren geliefert, verstopften die Briefkästen. Eine den Verlagen zugeleitete Unterschriftensammlung der Mieter mit der Bitte um Unterlassung wurde in zwei Fällen respektiert, im dritten Falle mußte ein Rechtsanwalt mit Unterlassungsklage drohen. Jetzt ist Ruhe! Eine Beschriftung an der Haustür erinnert die Zusteller: »Bitte keine Werbezeitungen!«
Friedberg RUDOLF KRÜGER
Postwurfsendungen landen keineswegs meistens gleich ungelesen im Papierkorb. Im Gegenteil: Nur 0,5 Prozent aller bundesdeutschen Haushalte werfen Werbedrucksachen grundsätzlich ungeöffnet weg, wie das Münchener Infratest-Institut 1976 ermittelte.
Bei Journalisten und anderen Meinungsbildnern ist die Quote mit 20 Prozent (Laukhuff-Team 1980) erheblich höher. So ist es wohl zu erklären, daß öffentliche und veröffentlichte Meinung zum Thema »verstopfter Briefkasten« nicht in Einklang zu bringen sind.
Wiesbaden PETER KLEMM Bundesverband Druck e. V.