Vier Fehler - DER SPIEGEL
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Vier Fehler

• aus DER SPIEGEL 40/1998
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Ich möchte eine neue Regierung in Deutschland sehen, weil die alte seit der Vereinigung erfolglos geblieben ist. Das hat vor allem an der Politik Helmut Kohls gelegen. Er versprach für den Osten »blühende Landschaften«, doch in den vergangenen acht Jahren hat nichts geblüht, obwohl er etwa 1000 Milliarden Mark ausgab. Dabei kann er sich auch nicht mit den Wirtschaftskrisen in Asien oder Rußland herausreden. Amerika hatte kräftiges Wirtschaftswachstum, Großbritannien eine blühende Wirtschaft - und Deutschland eben nicht.

Überdies ist die Arbeitslosigkeit skandalös hoch, fast so hoch wie 1932, dem Jahr vor Hitlers Machtergreifung. Der dritte Fehler war sein Rußland-Abenteuer, in das Deutschland bisher 130 Milliarden Mark gesteckt hat, und der vierte Fehler liegt noch in der Zukunft: Ich habe schwerste Befürchtungen, was die Lebensfähigkeit des Euro angeht.

Unter diesen Umständen braucht Deutschland eine neue Regierung, und nach Lage der Dinge muß das eine Regierung unter Gerhard Schröder sein. Ich halte Schröder für pragmatischer, weniger ideologisch als Kohl. Man vergleicht ihn zwar häufig mit Blair, ich glaube aber eher, er ist wie Gorbatschow. Er sieht sich eine Situation an und sagt dann: »So geht das nicht.«

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