Vierzonal - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 34 / 59

Briefe

Vierzonal
• aus DER SPIEGEL 30/1950
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vierzonal

In Ihrem Artikel »Kaufst Du etwa im Osten?« (Nr. 18/1950) erwähnten Sie die Kaupertverlag Deutsche Adreßbuchgesellschaft m. b. H. Gestatten Sie uns dazu bitte noch folgende Ergänzung:

Die genannte Westberliner Verlags-GmbH. gibt gemeinsam mit ihrer Schwestergesellschaft »Kaupertverlag G. m. b. H.«, Freudenstadt/Schwarzwald, überwiegend vierzonale Fachadreßbücher und das Gesamtdeutschland umfassende sechsbändige Deutsche Handels-Adreßbuch heraus. Eine firmenrechtliche Verbindung mit der im Ostsektor ansässigen Berliner Adreßbuch-Verlags-GmbH., die sich die Herausgabe des Berliner Stadtadreßbuches zum Ziele gesetzt hat, besteht nicht. Die Tatsache, daß wir vierzonale Fachadreßbücher herstellen, macht es leicht verständlich, daß wir unsere Erscheinungen auch in der Ostzone, allerdings für Ostgeld, verkaufen, das bekanntlich von schwächerer Kaufkraft als die Westmark (gegenwärtig 1:6) ist. Wir müßten also die Herstellung gesamtdeutscher Adreßbücher aufgeben, wenn wir nicht einen entsprechenden Teil unserer Produktionsausgaben in Ostwährung begleichen könnten.

Deshalb lassen wir einen Teil unserer Bücher im Ostsektor drucken. Dies geschieht selbstverständlich mit Wissen und Genehmigung der Westberliner Wirtschaftsbehörden. Unsere Auftragserteilung im Ostsektor bleibt also stets in einem angemessenen Verhältnis zu unseren Ostmark-Einnahmen. Im übrigen sind bei uns nahezu hundert Mitarbeiter mit einem Westmark-Etat von mehr als 30000 D-Mark im Monat fest angestellt. Nimmt man unsere umfangreichen Druckaufträge in Westberlin hinzu (von den Aufträgen im Bundesgebiet gar nicht zu reden), so dürfen wir bescheiden darauf hinweisen, daß wir in unserer engen Verbundenheit mit der Westberliner Wirtschaft alles uns Mögliche zu deren Wohle tun.

Berlin

KAUPERTVERLAG

Deutsche Adreßbuch-Ges. m. b. H.

Zur Ausgabe
Artikel 34 / 59