Virtueller Schnickschnack - DER SPIEGEL
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Briefe

Virtueller Schnickschnack
• aus DER SPIEGEL 3/1995
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Virtueller Schnickschnack

(Nr. 1/1995, Fernsehen: Wie Medienkonzerne das künstliche Abbild des Sports manipulieren)

Kati Witt bemerkt, Sportler würden im Mediengeschäft zu Kunstfiguren. Wie naiv! Um die Solidarität der Sponsoren zu erlangen, müssen doch Millionen an Sportereignissen teilhaben können. Voraussetzung: Die Ereignisse sind wiederhol- und gestaltbar. Die Folgen der Reproduzierbarkeit sind schon bei Walter Benjamin beschrieben: Aura, Echtheit und Tradition gehen verloren. Die Anpassung der Personen und Ereignisse an die Gegebenheiten der Medien sind dafür entscheidend. Eine »Bedeutung« von Sportlern und Sportereignissen für den einzelnen gibt es doch nicht mehr. *UNTERSCHRIFT: Berlin HANS HARNOS

Endlich, endlich ist es soweit. Der virtuellen Zauberwelt sei Dank. Nach Cyber-Sex nun auch noch Cyber-Sport. Die schönsten Nebensachen der Welt sind am PC möglich. Vielleicht wachen die Herren (und Damen) endlich auf, wenn auch das zahlende Publikum nur noch Virtual Reality ist und mit »Virtual Money« bezahlt. Mir ist ein Spiel im Stadion mit der ganzen Atmosphäre und drumherum auf alle Fälle immer noch 1000mal lieber als aller virtueller Schnickschnack. *UNTERSCHRIFT: Frankfurt am Main CLAUDIA BÖHME

Erfreulich, daß wenigstens noch der SPIEGEL zu einer kritischen Berichterstattung über den von Medien(konzernen) manipulierten Spitzensport fähig ist, während sich ein großer Teil der anderen Sportjournalisten und Sportler inzwischen offenbar endgültig prostituiert hat. Daß auch andere Sportarten anfällig für Manipulationen sind, zeigt die Tatsache, daß bei der Basketball-WM 1994 in Kanada schon mehr Aus-(Werbe-)zeiten je Spiel zugelassen wurden, als dies die Regeln vorsehen. *UNTERSCHRIFT: Fredenbeck-Wedel (Nieders.) DIETRICH NEBEL Niedersächsischer Basketballverband

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