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• aus DER SPIEGEL 16/2000
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2 Männer, 2 Frauen - 4 Probleme Montag, 20.15 Uhr, ZDF

Im Kino war dieser ebenso heitere wie anrührende Spielfilm ein Misserfolg; damals blockierte der Erfolgsgigant »Titanic« alle Säle. Die Regisseurin Vivian Naefe schildert in dem absolut jugendfreien Familienfilm ein ganz normales Beziehungschaos: Eva (Aglaia Szyszkowitz), Mutter zweier Kinder, grämt sich über ihren feschen Gatten Luis, der sie mit der Bankerin Charlotte betrügt. Als das ehebrecherische Paar zu einem Turteltrip nach Venedig aufbricht, greift sich Eva die Gören und den Ehemann (Heino Ferch) ihrer Nebenbuhlerin und stürmt das Liebesnest. Nach possierlichen Turbulenzen kommt es im Canal Grande zum überraschenden Finale.

Menschen und Straßen: Reinhold Roth und seine Frau Ostersonntag, 17.45 Uhr, Südwest III

Im Juni 1990 wird der Rennfahrer Reinhold Roth, gefeierter Held der deutschen Motorrad-Szene, das Opfer eines verheerenden Unfalls: Beim Großen Preis von Jugoslawien rast Roth in die Maschine eines australischen Konkurrenten. Er überlebt mit Knochenbrüchen, Stammhirnquetschung, liegt wochenlang im Koma - ein »hoffnungsloser Fall«, wie die Mediziner sagen. SWR-Autor Friedrich Bohnenkamp hat die schwer geprüfte Allgäuer Familie des einstigen Weltklasse-Fahrers seit 1991 kontinuierlich besucht. Er dokumentiert, mit welcher Liebe, Geduld und Selbstaufopferung Roths Frau Elfriede den Verunglückten pflegt, der acht Jahre nach dem Unfall, zur Überraschung der Ärzte, wieder ein wenig sprechen lernt.

Knockin' on Heaven's Door Ostersonntag, 20.15 Uhr, RTL

Das pfiffige, eher lustige als melancholische Roadmovie des Newcomers Thomas Jahn war 1997 der große deutsche Kino-Hit. 3,5 Millionen Zuschauer amüsierten sich über die moribunden Schlawiner Martin Brest (Til Schweiger) und Rudi Wurlitzer (Jan Josef Liefers), die aus dem Krankenhaus türmen und sich für eine letzte Reise ans Meer ein Mercedes-Coupé klauen. Die schnieke Karre freilich gehört zwei Gangstern mit weicher Birne, Abdul (genial: Moritz Bleibtreu) und Henk, die darin einen Bimbes-Koffer mit einer Million versteckt haben. Eine wüste Verfolgungsjagd beginnt, und am Ende - »Heaven, I'm in Heaven« - haucht der hitzige Martin am Strand sein Leben aus.

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Die Abzocker - eine eiskalte Affäre Dienstag, 20.15 Uhr, Sat 1

Das Gauner-Pärchen Maya (Bobbie Phillips) und Tony (Benjamin Sadler) träumt vom ganz großen Ding. Maya soll dem Börsenmakler Martin (Thomas Heinze) helfen, an das Millionenvermögen seiner Frau heranzukommen. Doch es kommt anders als geplant: Jeder betrügt jeden, Leichen werden im Fluss versenkt, Maya und Tony gehen leer aus, und ihre Liebe ist am Schluss auch ruiniert. Die deutsch-kanadische Krimi-Produktion kommt nur langsam auf Touren, es fehlt an Action und Spannung; die Schauspielerleistungen sind mäßig. Diese Affäre lässt einen eiskalt.

Der Kuss meiner Schwester Mittwoch, 20.15 Uhr, RTL

Damit es auch die Armen im Geiste gleich kapieren, rückt die langmähnige Heldin Mieke (Alexandra Schalaudek) in einer der ersten Szenen Alberto Moravias Roman »Inzest« ins Bild: Aha, hier geht's um verbotenen Sex. Die Hauptrolle dieses »großen TV-Romans« spielt dann über weite Strecken der Busen der 17-Jährigen, der sittenwidrig in die Hände ihres Zwillingsbruders Mattis (Florian Heiden) gerät und den Teenager mächtig erregt. Bruder und Schwester schlafen miteinander, lange und immer wieder. Schließlich kommt der Vater (August Zirner) seinen sündigen Gören auf die Schliche: Zuerst flippt er aus, verhindert dann aber, in einem pseudodramatischen Finale, mit pädagogischen Allerweltssprüchen einen Doppelselbstmord seiner Kinder. Mieke wird aufs Internat geschickt, Mattis tröstet sich mit einer Klassenkameradin. Regisseur Dror Zahavi inszenierte ein kümmerliches Inzest-Drama, irgendwo angesiedelt zwischen »Eis am Stiel« und »Zärtliche Cousinen«. Unfreiwillig komische Höhepunkte sind bisweilen die Dialoge, etwa zwischen Mattis und seinem kranken Freund Felix. Mattis: »Ich bin verzweifelt. Ich liebe meine Schwester!« Felix: »Hast du noch ein Bier?«

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