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• aus DER SPIEGEL 26/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

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Frank, Dean & Sammy tun es Montag, 22.15 Uhr, TM 3

Im Original heißt dieser Fernsehfilm schlicht »The Rat Pack«, denn die Titelhelden sind natürlich niemand andere als die großartigen Sänger und Entertainer Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. In Rob Cohens opulentem Showbiz-Porträt (USA 1998) werden sie und mit ihnen die glamourösen frühen sechziger Jahre wieder lebendig: Sinatra singt, Davis steppt, Martin trinkt Scotch sogar in der Sauna, und gemeinsam steigen sie den Frauen nach. Doch insbesondere Sinatra, hier gespielt von Ray Liotta ("GoodFellas"), wollte nie nur irgendein Unterhaltungsfuzzi sein: Er engagierte sich im Präsidentschaftswahlkampf für John F. Kennedy - bis Sinatras Mafia-Kontakte Schlagzeilen machten. Auch sonst mischt Regisseur Cohen geschickt Politik mit Showbusiness: In einer alptraumartigen Sequenz schmettert Sammy Davis Jr. (Don Cheadle) einer Gruppe uniformierter Rassisten triumphierend den Cole-Porter-Song »I've got you under my skin« entgegen, während hinter ihm eine Neonleuchtschrift vor dem »Nigger!« warnt. Überhaupt helfen die glänzend inszenierten Gesangsszenen über so manche Drehbuchlänge hinweg - zumal dann keine deutschen Synchronsprecher die Originalstimmen verkleistern.

Ludwig II. - Sehnsucht nach dem Paradies Dienstag, 21.55 Uhr, Arte

Noch ein Film, in dem die Musik die Hauptrolle spielt: Anfang April hatte Franz Hummels nostalgisches Musical über den abgesoffenen Bayernkönig in Füssen Premiere (SPIEGEL 14/2000). Heute zeigt Arte eine auf 70 Minuten geraffte TV-Adaption; anschließend gibt es eine Dokumentation, deren Titel dem am Ende geisteskranken Kini bestimmt gefallen hätte: »Eine Vision wird Wirklichkeit«.

Walter Sedlmayr - Tod eines Volksschauspielers Donnerstag, 21.45 Uhr, ARD

Im letzten Teil der Dokumentarreihe »Die großen Kriminalfälle« verfolgen Walter und Danuta Harrich noch einmal die Spuren, die zu den Mördern von Walter Sedlmayr führten. Sedlmayr, für viele Zuschauer der Biedermann in Person, war im Juli 1990 in seiner Münchner Wohnung umgebracht worden; nach seinem Tod wurden seine Kontakte ins Strichermilieu bekannt.

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Herz & Schmerz Freitag, 19.25 Uhr, ARD

Seit 14 Jahren schickt die ARD für die Kuppel-Sendung »Herzblatt« brünstige junge Menschen in den Quotenkampf; dieses Jahr kümmert man sich während der Sommerpause nun erstmals auch um die libidinös Enttäuschten: Die neue Show »Herz & Schmerz« bringt 13 Folgen lang je zwei Ex-Paare zusammen, die sich vor der Kamera wieder versöhnen oder endgültig zum Teufel wünschen müssen. Moderatorin Andrea Wieser, 25, droht, »gemeinsam mit den Paaren in der Beziehungskiste« zu kramen; bis es so weit ist, langweilt sie schon mal mit eigenen Kriegserinnerungen: »Meine erste große Liebe habe ich im Skilager kennen gelernt.« Doch anders als bei der Talkshow-Konkurrenz von Bärbel Schäfer bis Arabella Kiesbauer liegt hier das Glück nicht nur im heiteren seelischen Exhibitionismus. Vielmehr verheißt die ARD den Kandidaten ein romantisches Wochenende in einem Schloss oder ein saftiges Schmerzensgeld; die Zuschauer dürfen sich gar - es lebe der öffentlich-rechtliche Bildungsauftrag! - »für die eigene Beziehung so manche wertvolle Anregung holen«.

Wüste Freitag, 22.15 Uhr, Arte

Dieser Dokumentarfilm hat das Tempo einer Wanderdüne; dennoch schafft er es, den Zuschauer durch ständige Ortswechsel zu verwirren. Eine Suche nach den spirituellen Geheimnissen der lebensfeindlichen Leere vom Sinai bis zu den Yucca-Mountains in Nevada wollte Filmemacher Ebbo Demant zeigen, doch leider ist in seinem 98-minütigen Sandkastenspiel (Deutschland 1999) nicht ein Körnchen Dramaturgie zu finden. Zugegeben, die Bilder sind oft wunderschön; Demant allerdings war von der eigenen Arbeit offenbar gleich so ergriffen, dass er erklärende Off-Texte und Musik meistens ganz weggelassen hat. Hin und wieder bieten Interviews mit diversen Wüstenbewohnern, vom Beduinen bis zum Sternenforscher, eine willkommene Oase in der Stille, aber dazwischen gibt es einfach zu viele Durststrecken.

Ottis Schlachthof Freitag, 22.30 Uhr, BR

Ottfried Fischer, 46, Kabarettist, Schauspieler ("Der Bulle von Tölz") und notorischer Adabei, isst, trinkt und schwatzt gern, vor allem mit Kollegen. Soll er. Nur - warum muss das Ganze auch noch im Fernsehen laufen?

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