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• aus DER SPIEGEL 19/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

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Blondine sucht Millionär fürs Leben Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD

Wo angelt sich eine Friseuse am besten einen Millionär? Natürlich in Marbella, und wenn es kein Latin Lover sein kann, dann tut es auch ein untersetzter Discobesitzer aus Hamburg (Armin Rohde). Regisseur Markus Imboden und Drehbuchautorin Doris J. Heinze lassen es in dieser Komödie allerdings nicht wie sonst üblich bei einer einzigen guten Partie bewenden. Hauptdarstellerin Eva Haßmann stürzt von einer Eheschließung in die nächste. Fünfmal trägt der blonde Wonneproppen im Lauf der Geschichte das blütenweiße Braut-Outfit, um sich durch die feine Gesellschaft nach oben zu heiraten. Zum Schluss bringt sie es bis zur Gräfin. Die Idee mag wenig originell sein, aber Eva Haßmann spielt den naiv-gerissenen Männertraum ganz wunderbar, immer getreu dem Motto: Man kann ein Leben lang auf den Richtigen warten, aber in der Zwischenzeit enorm viel Spaß mit den Falschen haben. Bleibt nur zu fragen, wie es sich im wirklichen Leben der Schauspielerin verhalten wird. Diesen Monat wagt Eva Haßmann ihre erste Ehe mit Alt-Komiker Otto Waalkes.

Zehn wahnsinnige Tage Freitag, 20.45 Uhr, Arte

Felix (Fabian Busch) ist knapp 20 Jahre alt und steht kurz vor dem Abschluss seiner Polizistenausbildung. Sein verfassungstreues Weltbild gerät plötzlich ins Wanken, als er der Inderin Ra (Indira Varma) begegnet, die versucht, illegal eingereiste Kinder vom Gelände des Frankfurter Flughafens ins Land zu schmuggeln. Die schüchterne Liebe des jungen Polizisten kommt Ra gerade recht, und sie stellt Felix bei einem Einsatz seiner Truppe auf dem Flughafen vor eine bittere Entscheidung. Der Film von Christian Wagner beschreibt das Zusammenprallen zweier Welten mit größter Sympathie für beide Helden. Fabian Busch, bekannt durch den Kinofilm »23 - Nichts ist wie es scheint«, spielt Felix mit einer anrührenden Zerrissenheit. Sein innerer Kampf zwischen Pflichterfüllung und Liebe wirkt niemals konstruiert. Auch Indira Varmas Ra gibt kein berechnendes Biest, sondern schwankt überzeugend zwischen dem Einsatz für ihre Sache und der Einfühlung in die Seelennot des angehenden Beamten.

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Night Sins - Die Mörder sind unter uns Dienstag und Mittwoch, 20.15 Uhr, Vox

In der Kleinstadt Deer Lake wird ein achtjähriger Junge entführt. Die Tat eines Psychopathen, folgert Polizeipsychologin Megan messerscharf und liefert eine sensationelle Definition dieser Gattung Mensch: »Ein großes Durcheinander« herrsche in den Köpfen solcher Irrer. Großes Chaos dominiert auch im Plot des zweiteiligen TV-Thrillers (Regie: Robert Allan Ackerman), obwohl die handelnden Figuren nach den herkömmlichsten Regeln der Kunst gestrickt sind: Die Psychologin knabbert an einem Vaterkomplex, ihr Kollege und späterer Liebhaber (Harry Hamlin) leidet unter dem ungeklärten Mord an Ehefrau und Sohn, und die meisten Bewohner von Deer Lake haben ein Skelett im Keller vergraben.

Star Wosch Sonntag, 22.15 Uhr, Sat 1

Dass ein Moderator möglichst dreist und dröhnend sein muss, um in den Trash-Wüsten des Privatfernsehens möglichst schnell Kultstatus zu erreichen, weiß mittlerweile fast jeder. Leider nimmt sich der Präsentator des neuen Spaß-Produkts aus dem Hause Sat 1, Tommy Wosch, diese Erkenntnis besonders ungeschickt zu Herzen. Seine Interviews mit Prominenten sind so heillos unbeholfen, dass die meisten seiner Opfer (darunter Naomi Campbell und George Clooney) das Gespräch nach zwei Sätzen abbrechen. Auch der sonst redegewaltige Marcel Reich-Ranicki sucht bei Woschs Drohung, ein Gedicht zu rezitieren, entsetzt das Weite. Seine Gespräche peppt Wosch mit eingeblendeten Denkblasen auf, wie sie bei MTV in Mode sind - und auf jenen Aufklebezetteln, mit denen lustige Menschen ihre Urlaubsfotos verschönern: »Lieber Gott, hilf!« steht dann da. Noch schlimmer sind Woschs Ausflüge in das Fach des derben Humors, zum Beispiel wenn er einen Zahnstocher wahlweise in einen aufblasbaren Gummibusen oder in die eigene Nase steckt. Talk-Langweiler Andreas Türck, den der trübe Tommy einen endlos langen Witz erzählen lässt, versucht, sich und die Zuschauer mit dem Satz zu trösten: »Das kommt eh nicht rein, so viel Sendezeit habt ihr gar nicht.« Leider doch.

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