Vorschau
Einschalten
Das Alibi Montag, 20.15 Uhr, ZDF
In den ersten Szenen explodiert die Gewalt: Aus Übermut dringen drei Jungen in den Waschraum der Mädchen ein, attackieren eine Mitschülerin, die unter der Dusche steht. Verklemmtheit und Angst vor Entdeckung treiben die bösen Buben schließlich zu gemeinem Mord. Zeuge des schrecklichen Geschehens während einer Klassenfahrt ist Hannah (Lena Lauzemis): Sie deckt aus Liebe zu einem der jungen Mörder aus ihrer Klasse die Tat. Christine Wiegand (Regie) und Terézia Mora (Buch), Neulinge im TV-Betrieb, konzentrieren sich auf den Psycho-Krieg, den zwei der Täter gegen die Zeugin führen, um sich der Strafe zu entziehen. Wiegand und Mora scheuen nicht vor pathetischen Szenen und grellen Bildern zurück, aber die wahrhaftig wirkende Schauspielkunst der erst 17jährigen Hannah-Darstellerin Lauzemis macht solche Schwächen schnell vergessen: Das jungenhaft-herbe Mädchen zeigt konzentriert und mit großem Ernst den schweren Weg zum Eingeständnis der Schuld.
Helicops - Einsatz über Berlin Montag, 20.15 Uhr, Sat 1
Die mimische Finesse und der Tiefsinn des Dialogs sind hier nicht zu Hause. Dafür bietet die Serie alles, was das Herz des Action-Freundes knattern lässt: Hubschrauber auf Verbrecherjagd, Panik im Düsenjet, entschärfte Bomben, aber ewig scharfe Bräute.
Gesteinigt - Der Tod der Luxuslady Mittwoch, 20.15 Uhr, RTL
Gesteinigt gehört hier nur der Betonkopf, der sich den dämlichen Titel ausgedacht hat. Der Mörder schiebt den Wagen der Luxuslady mit seinem Auto über die Kante des Steinbruchs. Die reiche Dame stürzt hinab, und mit einer Sprengung vollendet der Spitzbube die böse Tat: Felsbrocken begraben das Opfer. Was diesen Film (Buch: Timo Berndt, Regie: Andreas Prochaska) sehenswert macht, ist das originelle Ermittlerpaar: Jens (Max von Thun) ist aufmüpfiger Polizeischüler, Monika (Sabine Orléans) seine schwergewichtige Ausbilderin. Statt hektisch zu reagieren, lehrt sie ihren Eleven, abzuwarten und die Verdächtigen im Saft ihrer Lügen erst mal eine Weile schmoren zu lassen. Schade, dass sich Regie und Drehbuch nicht noch mehr Zeit genommen haben, diese Lehrerin-Schüler-Konstellation deutlicher auszuleuchten.
Ausschalten
Legenden Donnerstag, 21.45 Uhr, ARD
Er nervte als Sozialhelfer der frühen Jahre ("Du bist nicht allein") und als Bewahrer klassischer Hochzeitsrituale ("Ganz in Weiß") - Gerhard Höllerich, besser bekannt und gefürchtet als Roy Black. Sein Leben als Schlagersänger war ein Auf und Ab: Der Mädchenschwarm der sechziger und siebziger Jahre geriet in Vergessenheit, bekam Alkoholprobleme, rappelte sich noch einmal auf und starb 1991, vermutlich an seiner Herzkrankheit. In tausendundeinem Zeitungsartikel ist die traurige Vita des sympathischen Augsburgers mit dem melancholischen Blick besungen worden, und das Porträt von Roland May liefert keinen ersichtlichen Grund, den Barden des Schlager-Biedersinns zu exhumieren. Neues erfährt der Zuschauer nicht, und die Quintessenz von Mays Erkenntnissen läuft auf die alte Platte hinaus, dass in der Schlagerbranche umkommen kann, wer nicht aufpasst. Black war da nicht allein.
Unter der Sonne Afrikas Freitag, 20.15 Uhr, ARD
... herrscht die Gefahr eines Sonnenstichs, das Gestirn greift dort leicht die Birne an. Ob die Verantwortlichen für diesen deutsch-italienischen Dreiteiler (Regie: Rogero Deodato) ohne Hut unterwegs waren? Die kopflos zusammengeleimte Geschichte lässt darauf schließen: Papis und Muttis Afrika-Farm ist hoch verschuldet, der Geldhai bleckt schon die Zähne, da kommt der angejahrte Sohnemann und Biologe (Rüdiger Joswig) aus Europa zurück, und die Geldsorgen verflüchtigen sich. Alles wäre in Butter, würde die schöne neue Ärztin (Carole Alt) im nahe liegenden Hospital rechtzeitig die Liebe des Farmerretters erkennen, doch vorausliegende Beziehungsschäden haben sie begriffsstutzig gemacht.