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Der Film-Club: Das Meisterspiel Sonntag, 23.45 Uhr, Nord III
1994 wurden 27 Bilder des Künstlers Arnulf Rainer schwarz übermalt. Auf einer Leinwand hinterließen die anonymen Täter das abgewandelte Hitler-Zitat »Und da beschloss er, Aktionist zu sein«. Kurz darauf bekannte sich in Österreich eine rechte Gruppe zu Bombenanschlägen. Hatte sie auch die Bilder zerstört? Oder war es der Künstler selbst? Immerhin wurde er einst berühmt, weil er selbst eigene und fremde Werke überstrichen hatte. Der gebürtige Leipziger Künstler und Filmemacher Lutz Dammbeck hat den Realkrimi in »Das Meisterspiel«, den N 3 am 30. April zeigt, detektivisch dokumentiert. An den folgenden Sonntagen laufen die Dammbeck-Filme »Zeit der Götter« über den NS-Bildhauer Arno Breker und »Dürers Erben«, eine Dokumentation über prominente DDR-Maler.
Barfuß Donnerstag, 21.35 Uhr, 3Sat
Eigentlich sind Kurzfilme das richtige Medium für das dahinrasende Millennium: schnelle Handlung, schnell vorbei. Trotzdem laufen die meist von Studenten produzierten Werke auf Festivals und nur selten im Fernsehen. Den 3Sat-Preisträger der Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen und eine Auswahl osteuropäischer Kurzwerke präsentiert verdienstvollerweise 3Sat am Donnerstag und Freitag (jeweils um 23.15 Uhr) in einer, natürlich, kurzen Reihe. Sie beginnt mit dem preisgekrönten 20minütigen »Barfuß« von Maria Speth, entstanden an der Leipziger Hochschule für Film und Fernsehen: Eine junge Frau zieht vom Land nach Berlin und entdeckt dort das Erwachsensein.
Polizeiruf 110: La Paloma Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
Wie immer wenn die Streifenpolizisten Siggi (Martin Lindow) und Kalle (Oliver Stritzel) im sauerländischen Volpe ein Verbrechen für den WDR aufklären, geht es mehr um die kleinen, skurrilen Geschichten als um den großen, meist doch konventionellen Fall: Bei der Suche nach einem Bahnerpresser lernen die beiden dieses Mal eine Menge über den Wahnsinn des Taubenzüchtens, über Tauben selbst - und über Frauen, die sich als solche ausgeben.
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Halt mich fest Montag, 20.15 Uhr, ZDF
Ein trauriger Trompeter, betrunken noch dazu, ruft die Musiker seiner alten Band an. Doch keiner hat Zeit für ihn, also lädt er das Gewehr und erschießt sich. Bei der Beerdigung treffen sich die drei Übriggebliebenen: die Sängerin Rita (Anna Loos), reich aber unglücklich verheiratet, der Gitarrist Johnny (Jan Josef Liefers), dessen ungeliebte Lebensaufgabe die Betreuung seines alzheimerkranken Vaters ist, der Pianist Karl (Jan Gregor Kremp), von Frau und Kindern getrennt lebend. Mit Karl reisen Rita und Johnny zu einem nostalgischen Auftritt bei einem Schützenfest - und fahren damit in die Vergangenheit und gleichzeitig in ein neues Leben. Dazwischen wird viel musiziert, was auch unbedingt nötig ist, um dem spannungslosen Mittdreißiger-Krisenfilm (Regie und Buch: Horst Sczerba) wenigstens etwas Schwung zu geben. Denn in jeder Minute ist der Film ein deutsches Fernsehspiel: Probleme auftürmen, Probleme abarbeiten, und das Ende ist pädagogisch wertvoll, also sterbenslangweilig. Dass die Schauspieler selber Musik machen, ist eindrucksvoll - rettet den Film aber trotzdem nicht.
Das Phantom Donnerstag, 20.15 Uhr, Pro Sieben
Anfang der neunziger Jahre steuerte ein deutsches Autorentrio zur Aufarbeitung der neueren Terrorismusgeschichte einen zweifelhaften verschwörungstheoretischen Schmöker mit dem Titel »Das RAF-Phantom« bei. Den Beweis für die kühne These, die Anschläge der dritten RAF-Generation gingen in Wahrheit auf das Konto einer vom Staat gedungenen Mörderbande, blieb das Buch allerdings schuldig. Egal, jetzt darf das »Phantom« für den Plot des gleichnamigen »fiktiven Polit-Thrillers« von Regisseur Dennis Gansel herhalten. Dieser konstruiert eine kongenial abstruse Story um das Attentat auf Alfred Herrhausen, der im Film zum »Finanzminister Hausmann« mutiert. Der Kölner Drogenfahnder Leo Kramer (Jürgen Vogel) entdeckt, dass der Anschlag Teil einer riesigen Verschwörung ist, in welcher der Staat die Terroristen für seine eigenen Ziele manipuliert. Solches Wissen ist, man ahnt es, lebensgefährlich, und der Fahnder wird zum gnadenlos Gejagten. Leo allein gegen die Staatsmafia: Das kann nicht gut gehen, zumindest in diesem einen Punkt ist der Pro-Sieben-Fernsehfilm realistisch.