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Die Geiseln von Costa Rica Donnerstag, 20.15 Uhr, Pro Sieben
Costa Rica, 1. Januar 1996: Die deutschen Hotelgäste feiern fröhlich das neue Jahr, da stürmt ein Guerrilla-Kommando in die Lodge - und entführt die Arzthelferin Nicola Fleuchaus, 24, und die Schweizer Reiseleiterin Susanna Siegfried, 50. Nach 71 Tagen im Urwald kommen die Frauen frei, nachdem die Angehörigen 300 000 Mark Lösegeld bezahlt haben. Der mehrfach prämierte Regisseur Uwe Janson hat diese wahre Geschichte spannend und gradlinig inszeniert (Drehbuch: Anne Wild). Genau beobachtet er die äußere Ausnahmesituation und deren innere Folgen: Aus Schrecken wird Angst, aus Angst wird Wut, aus Wut wird Hass, bis dieser eskaliert und plötzlich in Liebe umschlägt. Überzeugend wirkt Nina Hoss als entführte Kiki, die sich von der naiven Touristin zur kaum weniger naiven Geisel wandelt, die sich in ihren Entführer verliebt.
Herbert List - der Fotograf der magischen Stille Samstag, 20.15 Uhr, Arte
Er begann als Autodidakt: Der Kaufmannssohn Herbert List, 1903 geboren, fotografierte einfach lieber, als mit Kaffee zu handeln. 1936 zog er nach Paris. Ob er Jünglinge, surrealistische Stillleben oder antike Tempel ablichtete, die Bilder strahlen eine unendliche Ruhe aus, idealisieren aber auch das Unästhetische - sogar die Aufnahmen vom zerbombten München. Erstaunlich unspektakuläre Porträts gelangen ihm von Stars wie Picasso oder Marlene Dietrich. Der Film von Reiner Holzemer ist eine angenehm leise Annäherung an den bedeutenden, 1975 verstorbenen Fotografen, allerdings fallen die biografischen Einsprengsel zu dezent aus.
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Zimmer mit Frühstück Montag, 20.15 Uhr, ZDF
Die Komödie ist so etwas wie der Archetyp des deutschen Fernsehspiels: Elisabeth (Senta Berger), eine Frau um die fünfzig, wird von ihrem Mann wegen einer Jüngeren verlassen. Aus Geldnot vermietet sie ihre schicke Altbauwohnung unter an Menschen, die es nur in der TV-Wirklichkeit gibt - darunter ein hübscher Saxofonist, eine allein erziehende, esoterische Psychologiestudentin und ein verklemmter Betriebswirtschaftler. Erst geht es turbulent zu, aber am Ende wird alles gut, und die Hauptfigur ist innerlich gewachsen. So sehen Fernsehspiele aus, die die Welt nicht braucht - es gibt schon zu viele davon.
Stunde des Wolfs Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD
Als Kind hat der Kranführer Hans Grosche (Richy Müller) einmal einen eingesperrten Wolf in die Freiheit entlassen. Nun, etwa drei Jahrzehnte später, lässt er seinen inneren Wolf frei: Der jungen Georgierin Ketuta Pileva (Lea Mornar) rettet er auf seiner Baustelle in Berlin das Leben, als ein eifersüchtiger Ex-Freund sie gerade erwürgen will. Das ist der Beginn einer verhängnisvollen Affäre, der innere Wolf hat Witterung aufgenommen von der paarungsbereiten wilden Schönen. Und so springt Grosche aus dem Schafspelz - er war mal ein liebender Familienvater und kümmerte sich um seinen missratenen kleinen Bruder - und ruiniert zwecks Befriedigung niedriger tierischer Sexualinstinkte erst das Konto und dann sich, und die unbezähmbare Ketuta schickt er in die ewigen Jagdgründe. Kranfahrer, bleib bei deinen Lasten, ist die Moral der Geschichte. Weder das Staraufgebot (Corinna Harfouch spielt die Ehefrau Gisela) noch die angestrengt bedeutungsschwere Inszenierung der Regisseurin Hermine Huntgeburth kann den Moralkäfig des Drehbuchs (Klaus Pohl) öffnen.
Anke Freitag, 21.15 Uhr, Sat 1
Eine Grundstruktur von Komödien ist: eine sympathische, aber normale Hauptfigur, umgeben von lauter Wahnsinnigen. Im Fall der neuen Comedy-Serie von Anke Engelke soll das heißen: Die nette Anke moderiert täglich eine Nachmittags-Talkshow, hat aber mit durchgedrehten Kollegen zu kämpfen. Wenn sie denn durchgedreht wären. Die Witzchen sind zu brav, die Figuren zu durchschnittlich, die Schauspieler zu mutlos (bis auf Frank Leo Schröders Chef-Parodie). Also, erst mal abwarten, vielleicht wird die Serie ja doch noch bissiger und bösartiger. Denn wenn nicht Anke Engelke die deutsche Ally McBeal werden könnte - wer dann? Bitte, Anke!