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The Snapper Montag, 20.15 Uhr, Vox
Der Schauplatz ist Dublin, eine Arbeitervorstadt mit geduckten Reihenhauszellen. Da verehrt man den Papst, hat Kinder wie Orgelpfeifen und denkt nicht an Abtreibung. Wie sollte man auch. »Ich bin schwanger«, gesteht Sharon ihrem Daddy, und der ist so platt, dass er gar nicht explodiert wie erwartet. Aber dann kommt die wirklich gefürchtete Frage: »Wer war es?« Und Sharons schamvolle Antwort: »Das kann ich nicht sagen, weil ich zu besoffen war.« Ist dieses Malheur Stoff für eine Komödie? Die große Unverschämtheit von »The Snapper« (das Slangwort bedeutet unter anderem Bastard) besteht darin, die Geschichte von Sharons Schwangerschaft, von Daddy und Mama und den Geschwistern und ihrem ewig kläffenden Hund als Lustspiel zu erzählen, mit allem an Sentimentalität und wildem Witz. Stephen Frears' Film (Großbritannien/Irland 1993) ist eine Billigproduktion mit knapper Drehzeit, vom Fernsehen finanziert; doch der Regisseur machte sich mit solchem Schwung an die Sache, dass - mit Tina Kellegher (Sharon), Colm Meaney (Daddy) und einer köstlichen Darstellerschar - ein Meisterstreich gelang: Sharons Geschichte gewinnt so vitale Unmittelbarkeit, als würde sie selbst vor der Kamera erzählen.
Auch Männer brauchen Liebe Montag, 20.15 Uhr, ZDF
Wie wahr. Manchmal sind sie der Himmelsmacht sogar wert - wie der von Dominic Raacke wunderbar brummelig gespielte Pianist Harry. Der setzt sich jeden Abend in der Bar an den Flügel, lässt sich von langhaarigen Schönheiten anlächeln. Nur wenn es dann hinterher um das Eine geht, ereilen ihn Herzbeschwerden. Verzichten fällt ihm schwer, denn da gibt es die schöne Russin Alma (Sophie von Kessel). Gabriela Zerhau (Buch und Regie) drehte eine liebevolle Komödie.
Tatort: Der Trippler Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
Totgesagte leben kräftig: Nach dem beschlossenen Ende des Kommissarduos Dominic Raacke und Stefan Jürgens gelingt dem heftig kritisierten SFB mit diesem Film (Regie: Michael Lähn) ein spannendes Stück über einen Mord an einem Kind. Katharina Schüttler als verzweifelter Teenager und Christian Grashof als verdächtiger Spanner überzeugen.
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Bärbel Schäfer Dienstag, 15.00 Uhr, RTL
»Schatz, du siehst zum Kotzen aus.« Bei RTL sitzen Sie ganz hinten, letzte Reiher.
Lieb mich! Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD
»Warum müssen Filme, die von der Liebe von Frau zu Frau handeln, eigentlich bisweilen ähnlich naiv konstruiert sein wie die Massenware der entsprechenden Hetero-Schinken?«, stöhnte die »Frankfurter Rundschau« anlässlich der Erstausstrahlung dieses Films von Maris Pfeiffer auf Arte. Den meisten Kritikern missfiel, dass sich die Erotik auf die schönen Körper der Hauptdarstellerinnen Elena (Naomi Krauss) und Kathrin (Julia Richter) sowie einfältige Dialoge nach dem Motto »Du bist schön« reduziert. Auch das Ende - die lesbische Lehrerin findet eine Neue, Kathrin kehrt zum Ehemann zurück, der Elena zum Dank ein Kind macht - unterschreitet deutlich »Lindenstraßen«-Niveau.
Fußball: Deutschland - Spanien Mittwoch, 20.15 Uhr, ZDF
Maddäus 1,1: Ihr sollt die Schande nicht sogleich vergessen.
Paradise Road Sonntag, 20.15 Uhr, Vox
Singapur im Dezember 1941: Die Damen präsentieren sich schön und blasiert und tun, was die erlesenen Exemplare der britischen Oberschicht am liebsten tun: Sie langweilen sich gehoben. Kurz nach den ersten Bildern von Bruce Beresfords Film (Australien/USA 1997) mit Glenn Close ahnt der Zuschauer, dass die schöne Welt der Kolonialherrschaften dem Untergang geweiht ist: Japanische Kanonen donnern, Frauen und Kinder werden sogleich zur Flucht eingeschifft, doch Nippons Kampfflugzeuge versenken den Dampfer, die Ladys geraten in japanische Kriegsgefangenschaft. In der Schilderung des Lagerlebens mit Dreck und schweißbedeckten Frauenleibern kommt der Film über Klischees nicht hinaus: Mit schönen Gesängen kämpfen die Damen wider ihre Peiniger, und sogar manches Schlitzauge füllt sich mit einer stillen Träne. Beresford möchte vom Schrecken erzählen, aber bleibt im Erschröcklichen stecken, da kann die schöne Close noch so leidend-erhaben dreinblicken.