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Die Konkurrentin Montag, 20.15 Uhr, ZDF
Charlotte Schwab spielt eine verheiratete Frau und Ann-Kathrin Kramer deren Berufskonkurrentin. Wie diese Beziehung von dem Neid und der Missgunst des Anfangs zur Amour fou einer lesbischen Liebe emporflammt, zeigen die beiden Darstellerinnen schwungvoll und dennoch glaubwürdig - da können Hetera und Hetero vor Neid erblassen. Diese mutige Liebe zwischen zwei Frauen hat nichts Perverses, sie lässt sich weder von intriganten Chefs (Leander Haußmann, Ezard Haußmann), einem enttäuschten Ehemann (Peter Lerchbaumer) noch von den Kindern erbittern, obwohl die Tochter die Liebhaberin der Mutter ohrfeigt und sie fragt, ob es ihr Spaß mache, eine Familie zu zerstören. Noch ungetrübter wäre die Freude an diesem Film (Buch: Laila Stieler, Regie: Dagmar Hirtz), wenn die in Liebe verfallenden Unternehmensberaterinnen nicht solche Reißbrettsätze sprächen, sobald sie beruflich über Sanierungskonzeptionen streiten.
Radio Days Donnerstag, 11.45 Uhr, Kabel 1
Woody-Allen-Klassiker (USA 1987) mit wunderschönen Episoden aus den herrlichen Zeiten, als Rundfunkhören noch gegen das Fernsehen geholfen hat.
Tatort: Die kleine Zeugin Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
Eine Bankerin, gespielt von einer bekannten Darstellerin: Katja Riemann. Doch der Zuschauer dieses Krimis (Buch: Harald Göckeritz, Regie: Miguel Alexandre) wird ihr nur kurz begegnen: Gleich nach den ersten Szenen stirbt sie in einer Tiefgarage unter den Schüssen eines kahlköpfigen Mörders. Ein 15jähriges Straßenkind (Julia Hummer) hat die Tat beobachtet. Im weiteren Verlauf handelt dieser »Tatort«-Film von dem obdachlosen Mädchen und ihren Kumpanen, von den Anstrengungen der Kommissarin Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihres Mitarbeiters Kopper (Andreas Hoppe), die kleine Zeugin vor den Anschlägen der Bösewichter zu retten und vor allem von der Einsamkeit und den Sehnsüchten eines Straßenkindes. Hummer, die schon im Film »Absolute Giganten« überzeugte, gelingt es anrührend, das weiche Herz durch die raue Schale scheinen zu lassen. Regisseur Alexandre biegt die Stäbe des »Tatort«-Rasters auseinander und lässt kinobegeistert große Emotionen wallen.
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Bilder aus der Schweiz: Liebe und Sex ab 60 Mittwoch, 17.30 Uhr, 3sat
Silbergraue Damen und Herren aus der Westschweiz schwärmen vom Alterssex, von großen Liebeserlebnissen mit und ohne Penetration, von Grenzüberschreitungen, selbst wenn es mit der Erektion nicht mehr klappt. Die Gesichter sprühen vor Freude, die ehemalige Sexexpertin des Schweizer Boulevardblattes »Blick«, Martha Emmenegger, eine Art weiblicher Oswald Kolle der Eidgenossenschaft, gibt ermunternde Hinweise. Diese zweiteilige Sendung (zweiter Teil: nächsten Mittwoch, 17.30 Uhr) will nur eins: Mut machen, damit sich die welken Körper zur Liebe trauen. Sehr diskret gehen die Bilder dieser Dokumentation mit dem Thema um, sehr bemüht sind die Kommentare, den späten Sinnengenuss zu preisen. Doch der Zuschauer wird das Gefühl nicht los, dass der missionarische Eifer der Sendung nur die schöne geile Welt der späten Jahre zeigen möchte und blind ist für die Schwierigkeiten, die nicht wenige alte Menschen mit dem Sex haben.
Liebe und andere Lügen Freitag, 20.45 Uhr, Arte
Süßer die Glocken nie klingen als in diesem TV-Freiburg zur Winterszeit: Lichterketten illuminieren Bäume, die Gassen der badischen Stadt scheinen vor Behaglichkeit zu platzen, und die Heldin Claire (Caroline Scholze) blickt so lieb und freundlich drein, dass man nicht glauben möchte, dass die mit einem hoffnungsvollen Anwalt (Heikko Deutschmann) verlobte Journalistin über den Computer einen Chat-Flirt mit einem Russen unterhält. All die zuckerige Langeweile des Anfangs dieser Komödie (Regie: Konrad Sabrautzky, Buch: Thomas Kirdorf) hofft der Zuschauer überstanden zu haben, als sich herausstellt, dass der Bildschirm-Russe (Thorsten Grasshoff) nicht der moskowitische Michail ist, für den er sich beim Chatten ausgibt, sondern ein arbeitsloser Schauspieler, der ganz in der Nähe von Claire lebt, doch es kommt kein Schwung ins Spiel. Die sich anschließende Realbegegnung zwischen dem vermeintlichen Russen, die Verwechslungen, die Lügen und die Liebe - sie vertreiben nicht die Süßlichkeit, die den Film überzieht. Es scheint, als habe sich der Regisseur so sehr in seine Figuren verliebt, dass er ihnen Abgründe und Charakter versagen müsste.