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Der Hahn ist tot Montag, 20.15 Uhr, ZDF
Hermine Huntgeburth gilt seit einiger Zeit als meisterliche Regisseurin im Fernsehen. In dieser Verfilmung eines Krimis der Erfolgsautorin Ingrid Noll festigt sie ihren Ruf. Denn zum Glück überspitzt sie die Geschichte von der braven und einsamen Versicherungsangestellten (Gisela Schneeberger), die sich mit List und Mord einen Erfolgsautoren (August Zirner) krallt, nicht zur Klamotte. Inmitten der Turbulenzen der Handlung vermag die Schneeberger die traurige Würde einer tief verletzten Frau zu zeigen.
Make-up Montag, 0.15 Uhr, ZDF
Wie ein Panzer sei ihr Make-up, sagt die junge Türkin, »fass mich nicht an«, signalisiert es. Eine Stunde braucht sie jeden Morgen, um sich diese Schutzschicht ins Gesicht zu malen. Mit dunkelschwarzem Lidschatten und blutrotem Lippenstift demonstriert eine allein erziehende Mutter ihre Trotzigkeit. Vor gekachelten Badezimmerwänden hat Daphne Charizani Frauen zwischen 16 und 50 über ihr Makeup befragt - der Dokumentarfilm, mit dem Hessischen Drehbuchpreis ausgezeichnet, kratzt die Farbschichten ab und legt die Seelen frei.
Kinderraub in Rio - Eine Mutter schlägt zurück Dienstag, 20.15 Uhr, Sat 1
Dass Esther Schweins mehr zu bieten hat als rote Haare, zeigt sie in diesem Thriller. Regisseur Jörg Grünler gelingt es in dieser Entführungsgeschichte aus Brasilien, Copacabana-Klischees zu vermeiden und der Atmosphäre in den Elendsvierteln gerecht zu werden. Im Krankenhaus ein alter Bekannter: Horst Buchholz spielt einen ergrauten Doktor.
Geschichten aus dem Nachbarhaus Sonntag, 19.45 Uhr, Bayern III
Ein penibler Banker (Gert Anthoff) wird von einer drallen Isländerin (Solveig Arnarsdottir) auf Trab gebracht, eine Oma (Maria Singer) bringt die Arztpraxis ihres Enkels ins Laufen und ein Hausmeister (Erich Hallhuber) steckt überall seine Nase rein. Peter Weissflog (Regie) und Willy Purucker (Buch) erwecken ein Münchner Mietshaus unterhaltsam zum Leben.
Von Kopf bis Fuß unter Kontrolle Sonntag, 22.00 Uhr, 3Sat
Dieter Bongartz und Wolfram Seeger beschreiben den Wandel einer einst berüchtigten Kölner Hochhaussiedlung.
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Nesthocker - Familie zu verschenken Dienstag, 19.25 Uhr, ZDF
Marianne Brandt (verkörpert von der wunderbaren Sabine Postel) ist blond, robust an Magen und Gemüt und hat eine schreckliche Familie. Ihr Mann lässt sich scheiden und zieht aus. So weit ganz realistisch. Der Rest ist albern und infantil: Die beiden erwachsenen Kinder führen sich auf wie Achtjährige, die Schwiegermutter kräht unentwegt nach warmen Mahlzeiten, der Ex-Mann geht auf Tauchstation. Eine Frage der Zeit, wann Frau Postel angesichts dieser Gurkentruppe in Raserei verfällt.
Doppelter Einsatz - Jagd nach Liebe Dienstag, 20.15 Uhr, RTL
Dass Genitiv und Konjunktiv nicht gerade die Freunde der Dialogschreiber des Fernsehens sind, hat der Zuschauer geschluckt. Aber nach diesem TV-Movie heißt es: Rettet dem Dativ. »Hör auf, mich ständig was zu unterstellen«, sagt die verdächtige Jungprostituierte Nina (Brigitte Zeh) zu einer der Kommissarinnen (Petra Kleinert). Die Sprachschlamperei ist nicht zufällig, denn nicht nur dieser Film der Reihe setzt alle Kraft für reißerische Bilder ein. Für Logik, Verständlichkeit, psychologische Plausibilität bleibt offenbar keine Energie mehr übrig. Blutiges Fleisch im Schlachthof, sündiges Fleisch in der Stripteasebar, nacktes Männerfleisch unter der Dusche, das tote Fleisch der Leichen - Regisseur Hans Schönherr erweist sich bei diesem Karneval der Leiber weiß Gott nicht als Vegetarier. Nur was nützt die Bilderblutrunst, wenn die Geschichte hergeholt und ihr Schluss unverständlich wirkt. Rettet dem Sinn.