WAFFENGESCHÄFTE - DER SPIEGEL
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Briefe

WAFFENGESCHÄFTE
• aus DER SPIEGEL 7/1956
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WAFFENGESCHÄFTE

Ihre Notiz mit der harmlosen Erwähnung meiner Tätigkeit als Berater König Sauds I. im Zusammenhang mit dem tschechisch-slowakischen Waffengeschäft Ägyptens hat die ausländische, hauptsächlich englische Presse zu weitgehenden, ganz unzutreffenden Folgerungen geführt. So wurde ich vom »Intelligence Digest« Nr. 204 und Nr. 205 wie vom »Rivarol« vom 17. November 1955 als eine mysteriöse Figur hingestellt, die zu allem fähig sei und die man wie den Gesandten Grobba, der erst mit einem der letzten Transporte aus sowjetischer Haft zurückgekehrt ist, ebenso wie den ägyptischen Militärberater Dr. Voss nicht aus den Augen lassen dürfe. Von dem ebenfalls mystifizierten Dr. Voss behauptete das genannte Informationsblatt, daß es ihm geglückt sei, etwas über diesen Mann, der sich jeder öffentlichen Beobachtung entzöge, ausfindig zu machen. Über Dr. Voss hatten Sie aber gerade in Ihrer Nummer 44 vom 26. Oktober eingehend berichtet und auch sein wohlgelungenes Bild gebracht.

Das anziehende Geheimnis hat es also nie gegeben oder war wenigstens für die Weltöffentlichkeit weitgehend bereits gelüftet. Auch das tschechoslowakische Waffengeschäft lag in seiner ganzen Geschichte klar zutage. Als die Alliierten ihre Waffenlieferungen aus dem Vertrage von 1950 an Ägypten unterließen, Israel aber in erheblichem Umfang weiter belieferten, konnte Nasser das russische Angebot, unter günstigen Bedingungen für die Lieferungen einzutreten, nicht mehr zurückweisen. Die Sowjetregierung leitete den Auftrag an die Tschechen weiter. Saudiarabien oder der Ratgeber seines Königs hatten damit nicht das geringste zu tun.

Hinterzarten DR. W. R. V. HENTIG (Schwarzwald)

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