Wahnsinn mit Methode
Nr. 10/2002, Ausländer: Parallelgesellschaften offenbaren das chronische Versagen der deutschen Zuwanderungspolitik
Den Artikel habe ich mit sehr viel Interesse gelesen - was wohl auf meine türkische Herkunft zurückzuführen ist. Ich fand die Beleuchtung des Themas aus unterschiedlichen Perspektiven sehr gut. Es wurden sowohl die Klischee-Türken des Panturkismus als auch die Vorzeigetürken erwähnt. Es stimmt, was in den zahlreichen Statistiken zu erkennen ist: dass sich die meisten Türken gar nicht integrieren wollen und dass das Problem bei den Sprachdefiziten liegt. Jedoch steht auch fest, dass man mich niemals bedingungslos akzeptieren wird, wenn ich als Hochschulabsolventin mit einem deutschen Pass einen angesehenen Beruf ausübe, aber ein Kopftuch trage, auch wenn das von Pierre Cardin ist.
SCHWERTE (NRDRH.-WESTF.) HAVVA AVCI
Wir leben wahrlich in Absurdistan: Da werden ausländische Mitbürger aus dem Land gejagt, die seit Jahrzehnten hier leben und arbeiten, Steuern und Sozialabgaben zahlen und nicht straffällig geworden sind. Gleichzeitig holt man Sozialhilfeempfänger aus dem Ausland, die weder integrationsfähig noch -willig sind. Ich kann dazu nur feststellen: Es ist zwar Wahnsinn, doch hat es Methode! Die Ursachen liegen wohl in einer absoluten Realitätsferne der Politiker und ihrem naiven Gutmenschentum. Ethnische Konflikte und Auseinandersetzungen wie in den USA und in Großbritannien werden nicht mehr lange auf sich warten lassen.
ALTLEININGEN (RHLD.-PF.) WOLFGANG E. SCHAEFER
In der öffentlichen Diskussion ist immer nur von den Kosten die Rede, die Ausländer für unsere Gesellschaft verursachen. Es ist aber auch wichtig, zur Kenntnis zu nehmen, dass viele Ausländer hier Unternehmen gründen und Arbeitsplätze schaffen. Im Übrigen darf ein dringend notwendiges Einwanderungsgesetz nicht zwischen guten und weniger guten Einwanderern unterscheiden. Hier ist vor allem dem humanitären Gedanken Rechnung zu tragen. Die Union und in Sonderheit ihr Kanzlerkandidat lehnen in Wahrheit aber ein Zuwanderungsgesetz ab. Parallelgesellschaften entstehen nicht zuletzt deshalb, weil die schon immer vorhandene Einwanderung ignoriert wurde und keine Mechanismen zu ihrer Regelung konzipiert wurden. Eine echte Zuwanderungspolitik gibt es bis jetzt in Deutschland nicht.
DRESDEN ANDREAS MEIßNER
Vielen Dank für diesen mutigen und ehrlichen Artikel über ein Thema, das viele beschäftigt und bewegt. Offensichtlich nehmen Sie am wahren Leben noch so teil, dass Sie ohne ideologische Scheuklappen zu solchen Darstellungen kommen. Nun wird es aber den ewigen Anhängern und Verharmlosern dieser schlimmen Entwicklung schwer fallen, diesen Beitrag in eine, wie üblich, rechte Ecke zu stellen, denn gerade der SPIEGEL ist in dieser Hinsicht unantastbar. Machen Sie weiter so, lassen Sie sich in keine Richtung verbiegen.
BERLIN S. KÖPPEN