Walter Lindner - DER SPIEGEL
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Walter Lindner

• aus DER SPIEGEL 27/2009
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Walter Lindner , 52, scheidender deutscher Botschafter in Nairobi, profitierte von seinem Status als einem der bekanntesten Ausländer in Kenia. Als er vor wenigen Tagen mit seinem Privatwagen abends unterwegs war, um eine Pizza zu holen, blieb das Auto plötzlich liegen. Ohne Zündung, ohne Licht, ohne Warnblinker, zudem war es dunkel, und es begann zu regnen - eine Situation, wie sie im nächtlichen Nairobi jeder zu vermeiden sucht. Doch Lindner hatte Glück im Unglück. Aus den Staus heraus, die sich schnell auf beiden Straßenseiten bildeten, sprangen zwei Matatu-Fahrer, Chauffeure der ebenso bekannten wie berüchtigten Bus-Taxis in Kenia. Die Männer hatten den Botschafter erkannt und boten ihre Hilfe an. Die Passagiere folgten und wollten erst einmal Lindners Hände schütteln. Dann versuchten alle mit vereinten Kräften das Auto von der Straße zu schieben. »Es war unglaublich«, berichtet der Diplomat, der in Kenia populärer ist als mancher Minister. Ein drittes Matatu, vollbesetzt, schleppte Lindner schließlich zu einer Tankstelle. Kostenlos. »Alle schimpfen auf die Matatu-Fahrer, und häufig zu Recht«, so Lindner, »aber es gibt auch großartige Menschen unter ihnen.«

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