Wang Wenhai
Wang Wenhai , 53, selbst ernannter chinesischer Skulpturen-König und ehemaliger Rotgardist, hat drei Lebensziele. Als Erstes will er eine 13 Meter hohe Mao-Zedong-Statue in Yanan errichten, dem Ort im Nordwesten Chinas, wo die chinesische Kommunistische Partei ihren Ausgang nahm. Des Weiteren plant er eine Gedenkstätte zur Erinnerung an Maos Philosophie. Drittens sollen 25 000 kleine Mao-Statuen entlang der Route des »Langen Marsches« aufgestellt werden, auf jenem 10 000 Kilometer langen Weg, den die junge Kommunistische Partei Mitte der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts marschierte. 1300 Statuen hat der Mao-Fan bereits produziert und nicht immer im traditionellen Stil der Verehrung - Mao gelassen, gedankenvoll, gewöhnlich mit erhobenem Arm als Geste herrscherlicher Benevolenz. Bei Wang hat Mao gelegentlich keine Gesichtszüge, oder er zeigt ihn schon mal liegend, umgeben von bourgeoisem Luxus. »So können sich die Menschen ihr eigenes Bild von Mao machen«, sagt der Skulpteur. Dabei ist sich der Mao-Anbeter gleichwohl sicher, »wäre jeder so wie Mao, dann wäre die Welt wunderschön«.