Warnung
(Nr. 17/1971, Kanzlerkandidat)
Sie haben in dem Artikel »Messer wetzen« die Behauptung aufgestellt: »Sein Verbindungsmann zur Schwerindustrie, der CSU-Schatzmeister und Flick-Gesellschafter Wolfgang Pohle, hatte ihn vor Barzel gewarnt. Der Fraktionschef zeige allzu große Bereitschaft, den beim Düsseldorfer Programmparteitag innerhalb der CDU sichtbar gewordenen Konflikt mit den Sozialausschüssen durch Kompromisse beizulegen, die zu Lasten der Wirtschaft gehen könnten.« Ich bemerke dazu folgendes: Ich habe mit Herrn Strauß weder mittelbar noch unmittelbar gesprochen oder ihn in irgendeiner Weise beeinflußt. Erst recht habe ich nicht den mindesten Anlaß, die Haltung von Dr. Barzel während des Düsseldorfer Parteitages einer Kritik zu unterziehen. Nach wie vor vertrete ich die Ansicht, daß bisher innerhalb der großen CDU/CSU-Fraktion und der beiden Parteien alle Schichten und Strömungen zum Wohle aller gut zusammengearbeitet haben. Meinungsverschiedenheiten in den Programmparteitagen werden diskutiert und beigelegt. Dies werden wir auch in Zukunft so fortsetzen.
Düsseldorf DR. WOLFGANG POHLE MdB
Es nimmt nicht wunder, daß Franz Josef Strauß zum von jedem geschätzten und im Umgang angenehm gepflegten Gerhard Schröder neigt und sich von Rainer Barzel absetzt Denn jedesmal, wenn letztgenannter den Mund auftut, ist es doch, als wenn bei jedem Wort Gott selbst in den Hintern getreten wird! Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß jemand sich christlich nennen kann und in solch einem Ton redet, wie Barzel es tut. Der treibt einen ja förmlich zur SPD! Ob der Mann das selbst nicht merkt?
Opladen (Nrdrh.-Westf.) ROGER NOPENS