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Hausmitteilung Weber / Hühner / Afghanistan

• aus DER SPIEGEL 7/2011
Pauly, Weber, Mahler
Pauly, Weber, Mahler

Pauly, Weber, Mahler

Foto: Maurice Weiss / Der Spiegel
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit Axel Weber, 53, seit sieben Jahren Präsident der Deutschen Bundesbank, hatte Kanzlerin Angela Merkel, 56, offenbar noch viel vor. Der oberste deutsche Währungshüter sollte im November Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) werden, die Mehrheit dafür schien klar zu sein. Plötzlich aber, Mitte vergangener Woche, überraschte Weber mit der Nachricht, weder für eine zweite Amtszeit an der Spitze der Bundesbank noch für den Chefsessel der EZB bereitzustehen. Über die Motive schwieg er - und düpierte die nichtsahnende Kanzlerin. Im SPIEGEL-Gespräch mit den Redakteuren Armin Mahler, 56, und Christoph Pauly, 51, legte Weber vorigen Freitag in Berlin seine Gründe offen. Die Entscheidung der EZB vom vergangenen Jahr, Staatsanleihen zu kaufen, um Druck von kriselnden Ländern wie Portugal und Griechenland zu nehmen, habe er abgelehnt. Mit solchen Positionen aber könne er als EZB-Präsident »nicht glaubwürdig« sein. Die SPIEGEL-Leute erlebten im ersten Interview, das Weber zu seinem Rückzug gab, einen Notenbank-Chef, der »mit sich im Reinen ist« (Mahler) - und erst einmal eine »Auszeit« nehmen will (Seiten 16, 19).

Es brauchte Wochen, bis SPIEGEL-Redakteur Nils Klawitter, 44, Einlass gewährt wurde in die Welt der Küken. Nach einigem Zögern ließ ihn Heinz Bosse, 50, Geschäftsführer der Brüterei Kartzfehn im niedersächsischen Oldenburg, zusehen, wie junge Puten aus ihren Eiern schlüpfen und wie diejenigen, die nicht schnell genug auf ihre Beine kommen, geschreddert werden. Klawitter wollte auch recherchieren, wie die Geflügelindustrie es schafft, Fleisch zu Billigpreisen anzubieten. Doch er durfte nicht in die Ställe, in denen Tiere in der Endphase der Mast unter der schweren Last ihres Körpers zusammenbrechen. »Bei dieser Quälerei lässt sich die Industrie nicht auf die Finger sehen«, sagt der SPIEGEL-Mann (Seite 66).

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Bosse, Klawitter

Der Fall Rais, der vor ein norwegisches Gericht kam, ist in der europäischen Rechtsgeschichte bisher beispiellos: Die Osloer Journalistin Åsne Seierstad, 41, hatte monatelang in der Familie des Kabuler Buchhändlers Shah Muhammad Rais, 56, gelebt und darüber den Bestseller »Der Buchhändler aus Kabul« geschrieben. Rais, der Titelheld, sieht durch die detailreiche Schilderung intimer Lebensumstände die Persönlichkeitsrechte seiner Familie und, vor allem, seine Ehre verletzt. Er möchte das Buch verbieten lassen. SPIEGEL-Reporterin Katja Thimm, 41, traf die Autorin und auch Rais in Norwegen. Die beiden, so Thimm, seien einander vor neun Jahren, nach dem Sturz der Taliban, begegnet und hätten große Sympathie füreinander gehabt. Doch nachdem Seierstad ihren Gastgeber als frauenfeindlichen Tyrannen wahrgenommen und ihn so im Buch beschrieben hatte, sei daraus »eine bittere Gegnerschaft« geworden (Seite 96).

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