Wecker.
»Wir sind weiß Gott nicht am Schlafen und brauchen nicht durch eine schrille Weckeruhr geweckt zu werden«, rief Oberdirektor Pünder dem Plenum des Wirtschaftsrates zu. Dann wies er auf den Streikausfall von allein 300000 Tonnen Kohle hin, durch den das Hausbrandprogramm um dreifünftel zunichte gemacht werde. Aber auch das rettete ihn vor SPD-Kriedemanns Mißtrauensantrag nicht. Pünder siegte mit 51 zu 43. Stimmen (SPD und KPD) und konnte nach der Abstimmung erleichtert Wirtschafts-Erhard die Hand drücken, der sogar 52 gegen 43 für sich buchen konnte. Trotzdem wurde Pünders Regierungserklärung der eigentliche Anlaß zur Streikverkündung. Gewerkschaftssekretär Tarnow möchte ihn lieber nur »Arbeitsruhe« genannt wissen. Post und Eisenbahn läßt er überdies aus. Clay schätzt den Produktionsausfall des Streiktages auf 200 Millionen DM (siehe »Deutschland").