NPD Weiterer V-Mann enttarnt
Erneut ist im Zuge des NPD-Verbotsverfahrens ein führender Funktionär der rechtsextremen Partei als V-Mann aufgeflogen. Bastian Tilger, 26, lieferte mehrere Jahre lang für den schleswig-holsteinischen Verfassungsschutz Informationen aus der NPD. Seit Februar 2001 war Tilger im Landesvorstand zuständig für den Ordnerdienst und hatte das Amt des stellvertretenden Kreisvorsitzenden von Lübeck inne. Zuletzt hatte er Kontakte zur Schill-Partei geknüpft. Tilger, der erst vor kurzem abgeschaltet wurde, war eine von rund 30 Quellen, die Verfassungsschützer in den Vorständen der NPD unterhalten. Die Partei werde dennoch nicht von den Geheimdiensten gesteuert, rechtfertigten sich Bund und Länder Ende Juli in einem Schriftsatz an das Bundesverfassungsgericht. NPD-Anwalt Horst Mahler argumentiert in seinem Ende vergangener Woche in Karlsruhe eingegangenen 398 Seiten starken Schriftsatz hingegen, die Antragsteller hätten sich »auf Sachverhalte gestützt, die von Geheimdienstmitarbeitern gesetzt worden« seien.