Wellen
Die Vorbereitung des neuen Deutschlandsenders, der auf langer Welle mit 100 Kilowatt entweder von Hamburg oder von Westberlin aus ein deutsches Rundfunkprogramm sowohl für die Bevölkerung der Sowjetzone als auch für die Westdeutschen senden soll, stockt, solange der Sitz nicht festgelegt werden kann. In Westberlin müßte ein neuer Sender gebaut werden, in Hamburg haben die Briten der Bundesregierung Welle und Sendemast zur Verfügung gestellt. Es ist aber nur eine halbe Welle, weil die Engländer weiter bis mittags 12 Uhr BFN-Musik für ihre Tommies und housewifes machen wollen und nach 24 Uhr Wetter-, Seewarn-, Pegelstand- und andere Schiffahrtsdienste gesendet werden müssen. Angesichts dieser Möglichkeiten für die Sendezeit eines Hamburger Deutschlandsenders haben die Vertreter des Bayrischen Rundfunks in der Intendantenkonferenz vorgeschlagen, daß der Sender keine Redaktion aufwenden solle, um ein Programm zu machen. Die bestehenden neun Funkhäuser (RIAS und NWDR Berlin, NWDR Hamburg und Köln, München, Stuttgart, Frankfurt, Baden-Baden, Bremen) sollen sich in die Arbeit teilen und dem Deutschlandsender jeden Tag ein ganzes Programm mal aus München, mal aus Berlin, mal aus Baden-Baden, mal aus Köln überspielen. Der Münchner Vorschlag wurde abgelehnt.