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• aus DER SPIEGEL 10/1951
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Sechs Abgeordnete des CDU-Parteiausschusses, des obersten 38köpfigen Gremiums der CDU, haben unter Führung von Bundestagspräsident Dr. Hermann Ehlers Konrad Adenauer wegen seiner Haltung zu Gesprächen mit der Ostzone scharf angegriffen und Verhandlungen mit Pieck und Grotewohl gefordert. Konrad Adenauer vermochte die Rebellen in der Sitzung nicht zu überzeugen und lud sie zu privatem Besuch ein. »Wir im Westen dürfen unsere Landsleute im Osten nicht enttäuschen, für die die Wiedervereinigung vielleicht eine Frage von Leben und Tod ist«, sagte Ehlers. +

Falls das östliche Liebeswerben um die Bonner völlig ohne Resonanz bleiben sollte, würden die Sowjetbehörden die Ostzonenregierung umbilden, erzählte der geflüchtete Leiter des Artikeldienstes von ADN, Neidhardt, in Hamburg. Es sei geplant, den ehemaligen Mitvorsitzenden der Sowjetzonen-LDP, Prof. Hermann Kastner, statt Otto Grotewohl zum Ministerpräsidenten zu machen. Auch ein pseudobürgerliches Ostkabinett solle die sowjetische Konzessionsbereitschaft dokumentieren. +

Zwischen Bundeskanzleramt und Jakob Kaisers gesamtdeutschem Ministerium fanden Referentenbesprechungen über Bildung eines antikommunistischen Selbstschutzes statt. Gegen ost-inspirierten Umsturz und Sabotagehandlungen soll eine Art »Bürgerwehr« gebildet werden. In erster Linie denkt man an Aktivgruppen in den Betrieben, an sabotageempfindlichen Verkehrsknotenpunkten und in den Hafenstädten. Die Finanzierung soll grundsätzlich die Industrie übernehmen. +

John L. Morton im US - offiziösen »Amerika-Dienst": »Die Sowjetunion sieht

mit begehrlichen Blicken auf die großen Industriegebiete Westdeutschlands... Die westlichen Alliierten werden es nie zulassen, daß diese Industriegebiete unversehrt in die Hände eines Feindes fallen.«

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