WERK-KUNDE - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 78 / 80

Briefe

WERK-KUNDE
• aus DER SPIEGEL 41/1968
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

WERK-KUNDE

(Nr. 37/1968, Schriftsteller)

»Drachs Detektivspiel«, wie Sie in Ihrem Beitrag »Mit Rabatt« vom 9. September 1968 schreiben, war sicher nicht der Grund unserer Trennung. Jedem Autor steht es frei, die Abrechnungen des Verlages zu überprüfen, namentlich dann, wenn den Büchern etwas widerfährt, was normalerweise vor allem bei den Kaninchen festzustellen ist: statt weniger werden es mehr.

Die Remittenden aus dem Buchhandel können das erstaunliche Phänomen hervorrufen, daß am Jahresende ein größerer Lagerbestand vorhanden ist als am Ende des Vorjahres, und diese Tatsache ist auch einem sicher sehr originellen Autor, als den wir Herrn Drach stets geschätzt haben, schwer erklärbar.

Trotzdem scheint Herr Drach auch dieses an sich ungewöhnliche Phänomen des Verlagsbuchhandels nicht zu schwer genommen zu haben,

denn sonst hätte er nicht in seinem Schreiben vom 1. April dieses Jahres noch darauf bestanden, daß wir mit der Übernahme seines neuen Romans »ZZ«, zwar ohne Korrekturen, uns gleichzeitig zur Herausgabe seines Lyrik-Bandes »Ermordung in Versen« zu verpflichten hätten.

München DR. HERBERT FLEISSNER

Langen-Müller Verlag

Die Behauptung, ich hätte aus anderen Gründen, als wegen der dauernden Diskrepanz der Ziffern des Verlegers und der seiner Abteilungen, sowie der Ziffern in bezug auf den Vertrieb der Bücher, dem Langen-Müller Verlag den Rücken gekehrt, sondern aus dem Grund, daß der schwer belehrbare Autor seinen vom Lektor als unfertig und als »schrecklich antisemitisch empfundenen neuen Roman »ZZ -- Das ist die Zwischenzeit« nicht noch einmal überarbeiten wollte, ist völlig unrichtig,

Es ist weder wahr, daß der Langen-Müller Verlag mich jemals aufgefordert hat, »ZZ« noch einmal zu überarbeiten, noch, daß er daran ausgesetzt hätte oder aussetzen hätte können, daß es sich um ein »unfertiges, erschreckend antisemitisches« Buch handle,

Vielmehr hat der Verlag, dem ich mich hinsichtlich der noch nicht erschienenen Werke aus rechtlichen Gründen nicht mehr verbunden fühlte, mir das Werk freigegeben, wenn ich nicht bis 1969 auf die Publikation durch ihn warten wolle. Ausgesetzt hat er an dem Buch nichts, noch weniger eine Überarbeitung verlangt. Ich hatte aber bereits mehrere bindende Angebote mit von Verlegern unterschriebenen Verträgen, die besser waren als seines und die Herausbringung 1968 ermöglichten.

Mödling (Österreich)

DR. ALBERT DRACH

Zur Ausgabe
Artikel 78 / 80