WILDWECHSEL
In Ihrer Nr. 19 vermerken Sie in einer Notiz, daß der Fahrer des Herrn Dr. Adenauer in rücksichtslosem Tempo durch die Straßen jagte und zwei Katzen auf der Strecke blieben, ferner, daß der Wagen des Herrn Gerstenmaier ein trächtiges Reh so verletzte, daß es getötet werden mußte. Wer zieht diese Herren eigentlich zur Verantwortung?
Hamburg ALFRED OSWALD
Der unbefangene Leser und insbesondere der Tierfreund muß aus der Art Ihrer Kurzfassung über den Unfall mit dem Reh auf eine etwas brutale Einstellung des Bundestagspräsidenten gegenüber der freilebenden Tierwelt schließen. Als passionierter Jäger und Naturfreund konnte er in dem geschilderten Fall gar nicht anders handeln. Außerdem dürfte es sich bei den Verletzungen wohl kaum nur um einen Lauf, sondern auch um innere Verwundungen gehandelt haben, denn ein Reh kann auch mit drei Läufen noch sehr flüchtig werden. Ein Vorwurf wäre Gerstenmaier nur dann zu machen, wenn er sich nach dem Unfall nicht um das Stück Wild gekümmert hätte.
Höchstadt (Aisch) JOACHIM NECKRITZ