Willi Lemke
Willi Lemke, 54, Bildungssenator des Landes Bremen, scheint sich mit dem Behördentum anzufreunden. Der einstige Manager des Fußballclubs SV Werder Bremen hatte nach dem Motto »Geht nicht, gibt's nicht« neuen Schwung in die Amtsstuben zu bringen versucht. Inzwischen sind seine Hoffnungen dahin, Lehrer nach Leistung zu honorieren; sie heuern und feuern zu können. Damit die rund 1000 angestellten Lehrer nicht von anderen Bundesländern abgeworben werden, plädierte er unlängst im Senat gar dafür, auch Lehrer jenseits des 40. Lebensjahres zu verbeamten, was freilich Finanzressort und Senatskanzlei wegen der Folgekosten durch Pensionsansprüche verweigerten. Aber nicht nur mit dem Beamtengesetz, auch mit der Bremischen Landesverfassung ist Lemke neuerdings per Du. Auf dem Bildungsparteitag der Bremer SPD brillierte er mit detaillierten Verfassungskenntnissen, auf die er stolz verwies mit einem viel belachten Versprecher: »Das kann ich fast sinngemäß zitieren.«